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Platin

Das grauweiße bis silberfarbene Edelmetall gehört zur Gruppe der Platinmetalle. Zu seinen wichtigen Eigenschaften gehört, dass es an der Luft beständig bleibt, ebenso wie gegenüber nichtoxidierenden Säuren. Bei höheren Temperaturen reagiert es mit einigen Schwermetallen sowie mit Arsen, Antimon, Blei, Posphor, Schwefel, Selen und Silicium. Löslich ist Platin dagegen in Königswasser und kann durch geschmolzene Alkalien zersetzt werden. Seine elektrische Leitfähigkeit ist verhältnismäßig gering. Eine besondere Eigenschaft von Platin ist es, das es sich nicht verfärbt!

Vorkommen von Platin

Platin ist ein sehr seltenes Material: Der Platingehalt in den oberen Erdschichten beträgt nur 0,05 Gramm pro Tonne. Höher ist der Anteil in Meteoriten sowie im Erdkern. Es wird meist in Lagerstätten mit anderen Platinmetallen zusammen gefunden und kommt dann fast immer in reiner Form vor. Große mineralische Vorkommen sowie Vorkommen im Verbund mit anderen Erzen finden sich etwa im Great Dyke in Simbabwe, im südafrikanischen Merensky Reef und auch in Stillwater in den USA. Große Lagerstätten, in denen Platin als Nebenprodukt bei der Metallgewinnung anfällt sind Greater Sudbury und das sibirische Norilsk in Russland.

Geschichte des Platins

Schon im alten Ägypten wurde Platin zur Schmuckherstellung verwendet. Es findet sich auf einem Sarkophag aus Theben der 700 v.Chr. hergestellt wurde. Auch bei den Völkern Südamerikas war es bekannt als Teil von Goldlegierungen. Hier erhielt es auch erstmals von den spanischen Kolonisatoren den Namen „Platina“, was sprachlich eine Verkleinerungsform von Silber darstellt. Damals war Platin bei der Goldsuche unerwünscht und von so geringem Wert, dass Spanien den Import verbot: Denn durch das ähnliche spezifische Gewicht zu Gold wurde es oft zur Verfälschung von Gold eingesetzt. Da es unerwünscht war und als Abfallprodukt angesehen wurde, ist der Name des ersten Entdeckers nicht bekannt. In Europa wurde Platin zuerst von Julius Caesar Scaliger 1557 in seinem Buch "Exotericarum exercitationum liber quintus decimus de subtilitate, ad Hieronymum Cardanum." beschrieben. Scaliger schreibt, dass das bei Mexiko gefundene Metall nicht eingeschmolzen werden kann. Die industrielle Gewinnung von Platin begann jedoch erst 1783. Wegen der damals fehlenden Verwendungsmöglichkeiten war der Platinpreis damals niedrig. Ab 1880 stieg er jedoch wegen des erhöhten Bedarfs der Industrie an und erreichte im ersten Weltkrieg einen Höhepunkt: Der Preis für Platin war fünfmal so hoch, wie der Goldpreis. Durch die Entdeckung großer Vorkommen in Südafrika und die sinkende industrielle Nachfrage sank der Platinpreis danach mit der Zeit wieder auf die gleiche Höhe, wie der Goldpreis, den er 1931 erreicht hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nachfragebedingt 1958 und 1972 weitere Tiefpunkte im Platinkurs erreicht. Seitdem ist wieder ein mit Schwankungen verbundener Anstieg des Platinpreises zu verzeichnen. Am 4.3.2008 wurde mit 2.309 US-Dollar ein Höchststand erreicht, gefolgt von einem Tiefststand mit 762$ am 27.10.2008. Seitdem zeigt sich der Kurs von Platin relativ stabil und leicht ansteigend.

Verwendung von Platin

Neben der Verwendung in Schmuck wird Platin auch bei der Herstellung von Katalysatoren in der Autoindustrie benötigt. Da hier jedoch inzwischen zum großen Teil Palladium eingesetzt wird, sinkt der Bedarf. Weitere Bereiche sind die Raumfahrtindustrie und die Luftfahrt sowie die Veredelung von Werkzeugen: mit Platin überzogene Werkzeuge verfärben sich nicht und werden deshalb gern in der chemischen Industrie eingesetzt.

Platin als Anlageform

Aufgrund der wirtschaftlich bedingten unterschiedlichen Nachfragestärke ist der Platinpreis als volatil einzustufen. Zur Zeit fallen auf Platin 19% in Deutschland Mehrwertsteuer an, so dass Gold steuerlich im Preisvergleich zu Platin begünstigt ist. Beliebt sind vor allem Platinbarren, die in Gewichtsstufen zwischen einem und 1000 Gramm üblich sind. Hergestellt werden Platinbarren von bekannten Herstellern, wie Heraeus aus Hanau oder Degussa. Beliebt sind aber auch Anlagemünzen aus Platin! 2016 neu erschienen ist der Wiener Philharmoniker in Platin mit einem Gewicht von 1 oz. Sehr bekannt und beliebt sind die traditionellen Platinmünzen American Platin Eagle, der Platin Noble von der Isle of Man, sowie der Maple Leaf in Platin aus Kanada. Aus Australien kommen der Koala in Platin und der Platypus, der das typische australische Schnabeltier zeigt. Die Cook Islands geben seit 2008 eine Anlagemünze mit dem Motiv der Bounty heraus. Allen Platin-Bullionmünzen gemeinsam ist, dass sie gleichzeitig einen Nennwert haben und damit offizielles Zahlungsmittel im Ausgabegebiet sind. Interessant für den Anleger ist zudem eine mögliche Wertsteigerung der Platinmünzen über den reinen Platinwert hinaus, der bei Platinbarren nicht erwartet werden kann.

Platin Preisvergleich und Platin Kursentwicklung

Im Platinpreisvergleich überstieg der Platinpreis seit Juli 2015 den Goldpreis. Im ersten Quartal 2016 ergibt ein erneuter Platin Preisvergleich, dass der Goldkurs nahezu um die Hälfte höher als der Platinkurs ist. Die Gründe sind interessant. Platin ist an sich seltener als Gold, sollte also generell teurer gehandelt werden. Ein Grund des derzeitigen Verfalls des Platinpreises liegt in der schwächelnden Automobilindustrie, die einen Hauptnachfragefaktor bildet, um Katalysatoren herzustellen. Auch die Nachfrage nach Platin im Schmuckbereich insbesondere in China ist gesunken. Dem gegenüber steht eine höhere Platinproduktion durch Minen, insbesondere in Südafrika. Der Faktor, dass in Südafrika noch große Platinreserven unbekannter Größe lagern, ist ebenfalls ein Grund, warum ein Platinpreisvergleich derzeit Gold besser aussehen lässt. Denn das bereits produzierte Platin bleibt erhalten und kann auch durch Recycling wieder verwendet werden. Langfristig gesehen gehen allerdings Finanzanalysten davon aus, dass ein Platin Preisvergleich wieder zu Gunsten von Platin ausgehen wird, da entscheidende Faktoren, wie das seltenere Vorkommen von Platin und die ständige Nachfrage in der industriellen Verarbeitung aber auch bei der Schmuckherstellung erhalten werden.

Interessant zu wissen:

  • Das alchemistische Symbol für Platin ist eine Verbindung des Symbols für Gold mit dem für Silber, da Platin fast wie Silber aussieht, aber viele Eigenschaften von Gold hat.

  • Die Katalyse wurde erst durch Platin entwickelt, da es sehr wenig reaktiv ist!

  • Das chemische Element Fluor wurde beim Gebrauch von Platinmaterialien entdeckt.

  • Im Bureau of Standards in Washington D.C. wird eine Platinstange verwahrt, die exakt 1 kg wiegt und einem Meter Länge hat. Sie dient als Standard für diese Einheiten. Die Stange wird unter klimatsierten Bedingungen aufbewahrt, damit sie weder ihr Gewicht, noch ihre Länge verändert.

(ps)