Indien: Zentralbank stört sich an Goldmünzen-Verkäufen

Die Zentralbank von Indien, die Reserve Bank of India stört sich an dem Wunsch vieler Inder, für ihr Geld lieber Goldmünzen kaufen zu wollen und hat dies nun auch offen bekundet.

Weil die Inder ihr Geld lieber für Gold ausgeben, statt es den Banken zur Verfügung zu stellen, fehlt dieses Geld dem Finanzsektor, da das Gold i.d.R. importiert werde und die Liquidität damit ins Ausland fließt.

Glaubt man dem Bericht des World Gold Councils, so wird 23% des in Indien importierten Goldes für Investments benötigt (Barren und Münzen), aber die Inder betrachten auch die 75%, die in Goldschmuck gehen, teilweise als Investment, was noch einen nützlichen Nebeneffekt hat: Man kann es auch als Schmuck tragen…

Im vergangenen Jahr importierte Indien 969 Tonnen Gold und war damit einer der wichtigsten Goldmarktteilnehmer.

Die Zentralbank versucht, den Goldmarkt zu regulieren, indem sie Lizenzen zum Goldimport vergibt und dieser nicht frei ist. Die meisten Banken haben jedoch eine solche Lizenz. Die Banken haben mittlerweile das Goldgeschäft für sich entdeckt und wollen das nicht mehr nur den freien Händlern überlassen. In Indien verkaufen daher nahezu alle Banken mehr oder weniger aktiv Gold und wollen nunmehr auch nicht mehr darauf verzichten. Indische Banken verdienen im Schnitt zwischen 1,40 Euro und 2,10 Euro pro Gramm an Endkunden verkauften Goldes.

Die indische Zentralbank hat nunmehr offiziell ein Komitee gegründet, um die steigenden Goldimporte und den Abfluss der indischen Liquidität ins Gold zu prüfen und ggf. Maßnahmen dagegen einzuleiten.

Die Edelmetallimporte in Indien stiegen in den letzten Jahren drastisch an:

Import Gold und Silber Indien

  • April-Dezember 2009: 19,26 Milliarden US$
  • April-Dezember 2010: 29,50 Milliarden US$
  • April-Dezember 2011: 45,76 Milliarden US$

Mittlerweile ist auch die indische Post aktiv in den Goldverkauf eingestiegen und verkauft Goldmünzen und Goldbarren über die zahlreichen Schalter. Auch die in Deutschland entwickelten Goldtafeln wurden dort schon gesichtet.

Weltweit scheint sich die Bevölkerung von den Notenbanken nicht mehr mit dem Papiergeld abspeisen lassen zu wollen und reagiert mit Investments in Gold und Silber gegen den Werteverfall der Papiergeldwährungen. Logisch, daß den Zentralbanken dann Gold ein Dorn im Auge ist. Die indische Zentralbank räumt dies öffentlich ein, die anderen agieren heimlich gegen einen steigenden Goldpreis und versuchen der Bevölkerung Goldinvestments madig zu machen. Dies kann durch Besteuerung oder Pressemitteilungen über die angeblichen „Risiken“ beim Goldkauf geschehen 🙂

Manche Länder machen dies auch sehr subtil: Sie finanzieren sogenannte Verbraucherschutzverbände zu 100% und lassen die dann gebetsmühlenartig wiederholen, daß Gold kein gutes Investment ist. So in Deutschland in den letzten 10 Jahren geschehen. Und in jedem der letzten 10 Jahre hatten die Verbraucherschutzverbände UNRECHT, wie die Wertentwicklung des Goldes und der gestiegene Goldpreis in Euro gezeigt hat.