EZB weicht Bedingungen für Griechenland auf, Asmussen knickt ein

Die EZB kommt wohl Griechenland bei den Bedingungen für Kredite doch weiter entgegen, als man dies bisher plante. Die neue Regierung in Athen macht Druck, die harten Bedingungen doch aufzuweichen.

Jörg Asmussen, deutsches EZB-Direktoriums-Mitglied hat nunmehr Griechenland ein Entgegenkommen beim Hilfsprogramm signalisiert. Einzelne Bedingungen könne man sicher anders gestalten.

Auch wenn Asmussen die wichtigsten Ziele bei der Neugestaltung von Bedingungen nicht aus den Augen verlieren wolle und deutliche Abweichungen für ausgeschlossen hält, ist dies doch wieder ein Aufweichen gegenüber vorherigen Positionen.

Jetzt die Woche wird die Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB wieder in Griechenland sein, um zu untersuchen, wo Griechenland aktuell steht, wie weit die Sparbemühungen fortgeschritten sind und inwieweit Griechenland überhaupt kreditreif ist. Den letzten Besuch hat man vorzeitig abgebrochen, da man den Eindruck gewonnen hat, daß Griechenland immer noch keinen wesentlichen Schritt weitergekommen ist.

Asmussen räumte auch wiederholt öffentlich ein, daß man in den Krisenländern noch keinesfalls „über den Berg“ sei, übersetzt: Die Krise ist noch nicht ausgestanden.

Bemerkenswert ist der Vorgang schon: Bei jedem privaten Schuldner in Deutschland würde eine Bank bei einer Bonitätsverschlechterung keine weiteren Kredite vergeben und die „Zügel enger anziehen“. Im Falle Griechenlands gibt man einem immer schlechter werdenden Schuldner immer mehr Geld und weicht die Bedingungen noch weiter auf.

Bei einem privaten Schuldner würde dies zum Zusammenbruch des Kreditengagements führen.

Bemerkenswert, wie die Politiker im Falle Griechenlands zu einer anderen Ansicht kommen.