Comex ändert nochmal die Spielregeln für Silber – 84% mehr Kosten

Die New Yorker Börse Comex scheint die Geschichte wiederholen zu wollen. In den 80er Jahren haben bekanntlich die Hunt-Brüder an der Edelmetallbörse Comex mit Silber Millionen verdient, bis die Comex die „Spielregeln“ während des Spiels änderte und dann die Hunt-Brüder ihre Spekulationen und Käufe beenden mußten.

Auch nun hat die Comex wieder die Spielregeln geändert. Aktuell hat sie die Margin-Verpflichtung für Silber-Futures nochmal und dies zum wiederholten Male innerhalb kurzer Zeit hochgesetzt. Nunmehr muß man für einen Silberkontrakt nicht 11.745$ als Margin-Verpflichtung (Sicherheit) hinterlegen, sondern 21.600$. Dies gilt ab dem 9.Mai. Auch bei bestehenden Kontrakten müssen die Händler dann Gelder auf den Sicherheitskonten auffüllen, was oft nur durch Verkauf des Silbers/der Kontrakte funktioniert.

Die Anzahl der offenen Kontrakte ist daraufhin um 15% gesunken. Aktuell notiert Spot Silber bei rund 38$/25,71€ pro Unze.

Silber ist im letzten Jahr um über 80% gestiegen, dieses Jahr schon um über 60%, – da ist eine Korrektur durchaus im Rahmen des Üblichen. Ein Preisrückgang in der jetzigen Dimension (knapp über 20%) kam zuletzt 1983 vor, – ist also schon sehr lange her. Ältere Händler werden sich erinnern.

Im Moment sind die Märkte sehr volatil, es kommt zu größeren Schwankungen in beide Richtungen an jedem Tag.

In 1980 hat neben den Comex-Spielregeln auch noch die US-Regierung den Hunt-Brüdern ein Bein gestellt, sie haben Untersuchungen über das „Cornern“ von Silberbeständen zum künstlichen Preishochtreiben eingeleitet und die Hunt-Brüder aufgefordert, die Bestände zu verkaufen. Silber ist daraufhin von 50$ auf rund 11$ gefallen, – innerhalb von 4 Monaten.

Allerdings haben sich zwischenzeitlich die Zeiten geändert: Während damals mehr als 95% spekulative Nachfrage war, benötigt nunmehr die Industrie fast 50% der Silbernachfrage, der Rest geht in den Schmuckbereich und an Investoren.

Zudem ist das Niveau der Nachfrage gesamt gestiegen, weil die Weltbevölkerung und der Wohlstand zugenommen hat. Die Reisbauern der 80er-Jahre hatten weder einen Plasmabildschirm noch ein Handy, – nunmehr leben mehr Chinesen in Wohlstand als Deutsche dies tun und haben Plasmabildschirm, Handy und Ipad. In allen diesen Geräten wird Silber benötigt.

Insoweit sehen wir der Erholung des Silberpreises gelassen entgegen. Unserer Auffassung nach hat der Silberpreis noch ein Rückschlagspotential bis zu 34$/oz, dann geht es wieder aufwärts. Da kann die Comex die Spielregeln ändern wie sie will. Sie treibt damit allenfalls die Futures-Spekulanten aus dem Markt, nicht aber die industrielle Nachfrage und auch nicht die, der ernsthaften Investoren.

Anleger, die Masterboxen von Silbereagles, Silbermaples oder Silber-Philharmonikern kaufen, interessiert es nicht, ob eine Börse in New York die „Margin“-Verpflichtung für Future-Händler erhöht.

Silberanleger greifen jetzt beherzt zu, kaufen sich Bullionmünzen auf niedrigem Zukaufniveau und freuen sich in einem halben Jahr, daß sich das zufriedenstellen im Wert entwickelt hat.

Händler in den USA berichten bereits, daß sich das Aufgeld im Großhandel für Silberunzen Eagle schon um 75% erhöht hat, wenn man die Münzen überhaupt bekommt. Die Royal Canadian Mint hat 3 Wochen Lieferzeit für Silber Maples aufgebaut. Nicht, weil die Nachfrage nachlässt, sondern weil ernsthafte Silberanleger soviel ordern wie noch nie. Ohne Marginkonto.