Mit Sprüh-DNA gegen Goldmünzen-Diebe

„Der Täter kehrt immer wieder an den Tatort zurück“ und „Die Katze lässt das Mausen nicht“ sind zwei Sätze, die schon vielen Tätern zum Verhängnis geworden sind. So auch einigen Goldmünzen-Dieben. Ein Münzhändler informierte uns, daß bei ihm aus den abgehenden Paketen in schöner Regelmässigkeit Goldmünzen entwendet worden sind und die Sicherheitsabteilung des betroffenen Paketdienstleisters mittels eines besonderen Tricks dem Täter auf die Schliche kam:

Dem Münzhändler wurde eine Art Sprayflasche zur Verfügung gestellt, mit der er das Innere jedes ausgehenden Pakets besprühen sollte, was er auch tat. In der Sprayflasche befand sich sogenannte „Sprüh-DNA“. Der Sicherheitsdienst des Paketbeförderungsunternehmens hat dann einfach alle an der Beförderungskette beteiligten Personen nach Dienst auf das Vorhandensein von DNA-Resten an den Händen untersucht und siehe da: Ein LkW-Fahrer hatte die DNA an den Händen, die nur aus dem INNERN der Pakete kommen konnte. Wie sich später herausstellte, hatte der Täter die Pakete während des Transports durch Aufschlitzen an der Unterseite geöffnet, die Ware entnommen und das Paket dann wieder verschlossen. Bei einer anschliessenden Hausdurchsuchung unter Hinzuziehung der örtlichen Polizei fanden sich beim Täter noch zahlreiche Waren, die er auf vorherigen Touren aus den Paketen entnommen haben soll. Der Täter legte ein Teilgeständnis ab.

Beim Verband des Deutschen Münzenfachhandels nachgefragt, teilt uns Roman Schneider, seines Zeichens 2.Vorsitzende des Verbands und selber in einem Münzengroßhandel tätig, mit, daß dies ein gängiges Verfahren bei Diebstahlshäufungen sei, – alternativ und ergänzend werden teilweise auch GPS-Sender in einem Teil der Pakete versandt, um ein Abweichen von Standardrouten bei Paketen festzustellen. Der Sprüh-DNA werden Bestandteile beigemengt, die unter UV-Licht ultraviolett leuchten oder fluoreszierend sind und damit auch im Schnelltest einfach und schnell festzustellen seien. Die eingesetzte DNA sei jeweils einzigartig, – daher sei das Vorhandensein dieser DNA an Täterhänden ein auch vor Gericht sicheres Beweismittel, daß der Täter mit dem Inneren eines Pakets in Berührung gekommen ist, – was bei einer normalen Paketbeförderung nicht notwendig ist. Die künstliche DNA müsse auch nicht direkt auf die Goldmünzen aufgebracht werden, sondern z.B. auf das Äussere von Kapseln oder Klarsichtütchen, in denen sich die Münzen befinden. Details wollte Schneider jedoch nicht nennen, um es potentiellen Tätern nicht zu einfach zu machen. „Einfaches Händewaschen nützt auf jeden Fall nichts“, fügt er abschliessend noch hinzu.

Auch die Bahn sichert teilweise Schienen und Kupferkabel mit Kunst-DNA gegen Diebstahl, – teilweise ist die Kunst-DNA auch nach Einschmelzen noch nachweisbar. Kunst-DNA-Hersteller erzählen von Fällen, wo man auch ein halbes Jahr nach Diebstahl noch DNA beim Täter nachweisen konnte – trotz regelmässigen Duschens…

Die Zeiten für Langfinger werden immer schwieriger.

Für Münzhändler und Juweliere bieten spezielle Anbieter Kunst-DNA-Sprühsysteme und weitergehende Informationen an, siehe: Kunst-DNA durch S.E.S. Safety