Spanien bekommt Staatsanleihen nicht platziert und muss höhere Zinsen zahlen

Die internationalen Anleger lassen Spanien im Regen stehen. Der spanische Staat wollte Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 3,5 Milliarden Euro an den Märkten platzieren. Unter größten Mühen waren allerdings in der abgelaufenen Woche davon nur 2,59 Milliarden Euro an den Mann zu bringen und dafür musste der spanische Staat auch noch mehr Zinsen als beim letzten Mal zahlen.

Statt zuletzt 2,44% Zinsen musste Spanien nunmehr bereits 2,89% für dreijährige Staatsanleihen bieten, damit überhaupt jemand Spanien noch Geld gibt. Bei den vierjährigen Anleihen mussten die Zinsen für Spanien von 3,376% auf gar 4,319% p.a. erhöht werden, um Abnehmer zu finden. Zehnjährige Anleihen aus Spanien notieren aktuell mit 5,69% p.a. auch rund 0,25% höher als noch vor kurzem.

Zum Vergleich: Zehnjährige Bundesanleihen aus Deutschland notieren bei einem Zinssatz von rund 1,79% (statt 5,69), ergo muß Spanien wegen der Einschätzung als gefährdeter Eurostaat schon jetzt rund 4% mehr Zinsen zahlen, – als Deutschland dies tut.

Die Spanier betonten gleich mehrfach in der abgelaufenen Woche, daß sie ihre Probleme alleine lösen könnten und keine Kapitalhilfe bräuchten.

Der geschichtskundige Leser wird sich an ähnliche Beteuerungen aus Griechenland erinnern, – kurz bevor Griechenland doch eingestehen mußte, daß es selbst mit Hilfe von aussen extrem schwierig wird, die „Kuh vom Eis zu kriegen“.