Rote Zahlen bei der WestLB – die letzten 100 Tage fangen an – Portigon gründet sich

Einst war es das Vorzeigeinstitut der Sparkassen. Durch wilde Fehlspekulationen und in den Sand gesetze Milliarden geriet die WestLB, das Kopfinstitut der Sparkassen in NRW immer mehr in einen Abwärtsstrudel. Am 30.6. soll sie nunmehr ganz aufgelöst werden.

Auf der heutigen letzten Bilanzpressekonferenz wurden nochmals tiefrote Zahlen veröffentlicht. In 2011 habe man wieder einen Verlust, wenn auch „nur“ von 48 Millionen Euro. Natürlich hat die WestLB auch ganz tief in das Töpfchen mit den Ramschanleihen gegriffen und dort das Glück gesucht. Als Ergebnis dieser wilden Spekulation durften auch im letzten Jahr nochmal 684 Millionenm Euro auf Griechenland-Anleihen abgeschrieben werden.

Was sich der Vorstand der WestLB dabei gedacht hat, in Millionen- und Milliardenhöhe in griechische Schrottanleihen zu investieren, ist nicht bekannt. Die WestLB muß nunmehr nach EU-Vorgaben zerschlagen werden, da sie zuviele Subventionen vom Steuerzahler erhalten habe und mehrfach mit Milliarden gerettet werden mußte. Aus der WestLB löst sich eine an die Hessische Landesbank gehende Verbundbank mit deutlich weniger Mitarbeitern heraus, eine eigene Bad Bank, wo nochmal Abschreibungspotential liegt und eine neue Service- und Portfoliomanagement (SPM) Bank heraus. Diese SPM-Bank soll wohl „Portigon“ heissen und 1000 WestLB-Mitarbeiter übernehmen. Wozu man 1000 Mitarbeiter zum Risikomanagement braucht, konnte noch keiner so richtig erklären. Man will wohl mit dieser Portigon auch Dienstleistungen an andere Banken anbieten, – zum Risikomanagement.

Kommentar der Redaktion: Daß die WestLBler ja besonders weitsichtig mit Risiken umgehen können, haben Sie ja die letzten Jahre dauerhaft bewiesen. Es gab ja nahezu kein Risiko, welches sie nicht ungesichert eingegangen sind. Da kann man natürlich verstehen, daß man diese Erfahrung und Weitsicht jetzt auch anderen zuteil werden lassen möchte. Gegen Bezahlung versteht sich.

„Portigon“ klingt eher wie ein Versorgungspöstchen-Institut. Ob „Portigon“ auch – wie die WestLB – in New Yorks teuerster Lage große repräsentative Büros unterhält, steht noch nicht fest…