China Goldimport treibt Preis am Weltmarkt weiter nach oben

Die chinesischen Goldimporte von HongKong Richtung China (Festland) sind drastisch gestiegen. Wurden im September noch 57 Tonnen importiert, waren es im Oktober bereits 85 Tonnen. Die jetzt veröffentlichten Zahlen für November weisen bereits 102,2 Tonnen Gold als Import nach China auf. Festland-Chinesen ist es ohne staatliche Sondergenehmigung nicht erlaubt, Gold wieder zu exportieren, insoweit ist davon auszugehen, daß das nachgefragte Gold in China verbleibt.

Die Goldnachfrage in China ist traditionell vor dem chinesischen Neujahrsfest, welches nach europäischem Kalender erst Mitte Januar gefeiert wird, etwas höher als im übrigen Jahr. Die Entwicklung der letzten Monate geht aber deutlich über saisonale Zusammenhänge hinaus.

Da China Eigen-Goldproduktion nur rund 350 Tonnen pro Jahr beträgt, ist China gezwungen zur Deckung der Nachfrage Gold im Ausland oder über den Finanzplatz HongKong dazu zu kaufen.

Auch wenn mittlerweile China Südafrika als größten Goldproduzenten abgelöst hat, reicht dennoch die Eigen-Exploration nicht, um die gewaltige Nachfrage zu decken.

Experten gehen davon aus, daß die Chinesen auch in ihren Staatsfonds vermehrt Gold aufnehmen, da man die Unwägbarkeiten weiterer Entwicklung im Euro- oder Dollarbereich absichern müsse.

Die Goldproduktion in China wird auch zunehmend teurer, da immer mehr Umweltorganisationen einen zu rüden Umgang mit der Natur anmahnen. Verunreinigte Abwässer von Goldminen, die teilweise noch mit Quecksilber das Gold trennen und dann in Flüsse einleiten, sorgen immer wieder für Umweltskandale, zuletzt bei der „Zijin Mining Co“, die in der Provinz Fujian für Tausende tote Fischer in den Flüssen sorgte, weil man der Einfachheit halber das ungeklärte Wasser in die Flüsse leitete.

Die gesamte noch zu schürfende Menge an Gold in Chinas Goldminen wird von Experten mit noch rund 2500 Tonnen berechnet. Bei gleichbleibender Produktion wären die Vorräte in China und damit in dem größten Goldproduktionsland der Welt in 7 Jahren erschöpft, was ebenfalls für einen steigenden Goldpreis sorgen dürfte.