Bundesbank-Chef Weidmann widerspricht der Monti-Idee des Aufkaufs von Staatsanleihen durch den Rettungsfonds

Der Chef der Deutschen Bundesbank hat dem italienischen Ministerpräsidenten Marion Monti energisch widersprochen. Weidmann wendet sich deutlich gegen Montis Idee, daß der Eurorettungsfonds Staatsanleihen aufkaufen solle.

Die EU-Verträge würden eine solche Staatenfinanzierung ausdrücklich verbieten. Eine solche Idee läuft per saldo darauf hinaus, daß die Staaten sich einfach per Notenpresse refinanzieren und lustig Banknoten drucken. Eine solche Phase gab es in Deutschland schon einmal, das habe sich nicht bewährt.

Der italienische Ministerpräsident hatte vorgeschlagen und gefordert, daß die EZB für den Rettungsschirm ESM und auch den Schirm EFSF Staatsanleihen vor allen Dingen der Länder Italien und Spanien kauft, deren Zinsen aktuell so hoch sind, daß sich eine weitere Refinanzierung für die Staaten nicht nur nicht lohnt, sondern schlichtweg nicht möglich ist.

Durch den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB würden die Refinanzierungskosten für Italien sinken, aber das Risiko für alle Euroländer steigen.

Monti kam auf die Idee, weil Italien aktuell bereits 6% Zinsen für länger laufende Staatsanleihen zahlen muß.

Bundesbankpräsident Weidmann, der auch dem EZB-Rat angehört, wehrte sich heftig gegen eine solche Vergemeinschaftung von Schulden eines Mitgliedslandes.

Bleibt abzuwarten, ob er sich durchsetzen kann.

Wer immer noch nicht verstanden hat, was passiert, wenn man einfach Banknoten druckt, dem sei folgender Wikipedia-Artikel zur Lektüre empfohlen:

Die Deutsche Inflation von 1914 bis 1923

Wer das Gefühl hat, daß Politiker gerade dabei sind, wieder denselben Fehler zu machen, dem sei der Kauf von Goldmünzen, Silbermünzen und Goldbarren empfohlen. Der Goldpreis in Euro steigt seit ca. 11 Jahren jedes Jahr kontinuierlich an.

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