22.000 Selbstanzeigen gehen bei den Finanzämtern ein

Die mediale Berichterstattung über den Aufkauf von Steuer-CDs und ein vermeintliches Steuerabkommen mit der Schweiz treibt immer mehr Bundesbürger in die Arme der Finanzämter. Aktuell gehen im Schnitt täglich bundesweit über 100 Selbstanzeigen bei den Finanzämtern ein. Dabei gibt es einen Schwerpunkt in Baden Württemberg, wo seit dem Jahr 2010 bereits über 10.000 Selbstanzeigen erstattet wurden, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit über 7000 Selbstanzeigen und Bayern mit über 5000 Selbstanzeigen.

Das Finanzministerium in Baden-Württemberg teilt mit, daß alleine von Juli bis September 2012 972 Selbstanzeigen bei den Wohnsitzfinanzämtern eingingen.

Das Bundesfinanzministerium betreibt seit ca. einem Jahr in einer groß angelegten Aktion das Vorantreiben von Informationsaustausch-Abkommen mit möglichst vielen Staaten der Erde. So dürften auch die „Bankgeheimnis“-Tage der Schweiz und Singapur gezählt sein. Beide haben in Vor-Abkommen eine Kooperation und die Datenweitergabe an Deutschland vereinbart. Auch Großbritannien und die Kanalinseln haben derartige Abkommen mit den Vertretern des Bundesfinanzministeriums geschlossen. Aktuell vergeht kaum eine Woche, wo das BMF nicht wieder den Abschluss eines neuen Datenaustausch-Abkommens mit irgendeinem Staat der Welt verkünden kann.

Die einzelnen Wohnsitzfinanzämter und Steuerfahndungen „ertrinken“ in den Selbstanzeigen und kommen gar nicht dazu, die alle zeitnah abzuarbeiten.

Die Aussicht nach der neuen Gesetzgebung und Rechtssprechung, daß mit hinterzogenen Steuern von mehr als 1 Mio Euro zwangsweise auch Haft als Strafe verbunden sein wird, bewegt immer mehr in der Vergangenheit steuerunehrliche Bürger auf den rechten Weg.

Der gläserne Steuerbürger rückt immer näher. Wer zukünftig Gelder vor dem Fiskus verstecken will, muß schon einige Mühen auf sich nehmen. Einfach wird es nicht mehr sein.