Wird die Obergrenze der EZB für Käufe von Staatsanleihen bald erreicht ?

Die EZB hat offensichtlich eine betragsmäßige Obergrenze für die Aufkäufe von Staatsanleihen. Die letzten Tage hat die EZB merklich am Markt spanische Anleihen aufgekauft, als diese anfingen, deutlich über 7% zu rentieren, weil die Risikoaufschlagserwartungen der Anleger immer größer werden.

Die angesehene Frankfurter FAZ will nunmehr wissen, daß es innerhalb der EZB wöchentliche Höchstgrenzen gäbe, bis zu denen Staatsanleihen aufgekauft werden könnten. Man schätzt die Grenze auf höchstens 20 Milliarden Euro wöchentlich. Die EZB weist im Nachhinein die Aufkäufe von Staatsanleihen aus. Im Sommer wurden in einzelnen Wochen die 20 Milliarden pro Woche überschritten, zuletzt bewegten sich die wöchentlichen Aufkäufe im einstelligen Milliardenbereich, wobei eine Milliarde bekanntlich aus 1000 Millionen Euro besteht und ja auch schon Geld ist…

Wenn daher für 4000 oder 5000 Millionen Euro spanische Staatsanleihen gekauft wurden, ist das eine gewaltige Menge und im Zweifel mehr als bei einer Neuemission überhaupt seitens des Staates zu platzieren ist.

Die EZB gibt nicht bekannt, aus welchen Ländern sich die Aufkäufe zusammen setzen, bisher hat sie dem Vernehmen nach wohl vor allen Dingen Anleihen aus Griechenland,Portual, Irland, Italien und Spanien gekauft. Mit wöchentlich wechselnden Prioritäten.

Das Staatsanleihen-Aufkaufprogramm der EZB wird von vielen Seiten kritisiert, z.B. vom Bundesbankvorstand Jens Weidmann und auch von zahlreichen Politikern. Der EZB ist es an sich per Gründungsstatut verboten, Staatenfinanzierung zu betreiben. Genau dies tut sie jetzt durch die Staatsanleihenaufkäufe.

Der neue EZB-Präsident hat in seiner jüngsten Ansprache daher wohl bewußt daran erinnert, daß die EZB unabhängig ist und die Bewältigung der Staats-Schuldenkrise vor allen Dingen eine Aufgabe der STAATEN und damit der Regierungen sei und nicht der EZB.

Im Falle griechischer Anleihen droht der EZB auch eine gewaltige Abschreibung.

Andere Zentralbanken kaufen lieber Gold und stützen damit den Goldpreis, statt in wackelige Euro-Anleihen zu investieren. Vermutlich werden die Zentralbanken, die Gold kaufen, damit langfristig stabiler liegen. Der seit 10 Jahren kontinuierlich steigende Goldpreis gibt ihnen jedenfalls Recht.

Goldpreis seit dem Jahr 2000 - besser als eine Anlage in Euro

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