Sea of Love Festival in Freiburg vor dem Aus – Loveparade ähnliche Zustände

Das am vergangenen Wochenende in Freiburg zuende gegangene Sea of Love Festival , ein Technospektakel in Freiburg, steht möglicherweise vor dem Aus.

Die Stadt wirft dem Veranstalter, der „Mehr Seen Festival GmbH“ unter Geschäftsführer Bela Gurath, der mit Endless Events bisher Veranstaltungen organisierte, Verstoß gegen Auflagen und unprofessionelles Vorgehen vor. Nur unter Einsatz zahlreicher Polizisten hätte Schlimmeres verhindert werden können.

Es war zu mehreren brenzligen Situationen gekommen, da mehrere Zehntausend Besucher die Erwartung hatten, mit dem Ticket in eine Festhalle kommen zu können, dann aber nicht eingelassen wurden. Für mehrere tausend Camper standen anfangs nur drei Dixie-Klos zur Verfügung. Der Shuttlebusservice vom Camping zum Festivalgelände und zurück hätte nicht in benötigter Weise funktioniert. Tausende Besucher mußten durch unbeleuchtete Unterführungen, einige haben Abkürzungen über die Autobahn A5 genommen.

Benachbarte Großunternehmen wie Ikea wurden vorsichtshalber nicht informiert, dort wurden zahlreiche Einkaufswagen und Campingmöbel von Besuchern entfernt, – ohne dafür zu bezahlen, versteht sich.

Stundenlange mehrspurige Staus zum Veranstaltungsgelände prägten das Stadtbild. Wegen schlecht organisierter Shuttlebusse sind mehrere tausend Besucher nachts über unbeleuchtete Strassen mehrere Kilometer gewandert, – trotz gekaufter VIP-Tickets.

Den Besuchern wurden mitgebrachte Wasserflaschen abgenommen, auf dem Gelände konnte man nach einer Ausverkauftmeldung nach kurzer Zeit aber auch keine mehr kaufen. Von der Stadt vorgeschriebene Gratisabgabe von Leitungswasser fand nicht in notwendiger Form statt.

Folgerichtig gibt es von der Stadt Freiburg einen Rüffel allererster Klasse „Der Veranstalter war überfordert“ und nur „mangelhaft kooperationsbereit“, daher prüfe die Stadt Schadenersatzansprüche.

Dem Veranstalter droht nun ein Bußgeld und die Kosten für Polizei, Garten- und Tiefbauamt.

Neben der offiziellen Facebook-Seite, auf der kritische Beiträge regelmäßig gelöscht werden, gibt es mittlerweile schon Sammelklagen – Seiten (Sammelklagen sind in Deutschland nicht zulässig): Facebook Sammelklage gegen Sea of Love und Blogs, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Die Badische Zeitung berichtet von einer kritischen Pressekonferenz und Chaos bei der Veranstaltung. Im Internet kursieren beängstigende Fotos auf einer Sea of Love Problemseite

Versteht sich, daß auf der Veranstaltung, wo wohl 25.000 Menschen feierten zahlreiche Drogen beschlagnahmt wurden und auch Drogendealer festgenommen worden sind.

Was nicht verständlich ist, daß nach der Loveparade in Duisburg noch unbeleuchtete, enge Tunnel bei Nacht als Ausgang für eine Massenveranstaltung gewählt werden.

Bleibt zu hoffen, daß die Stadt dem Veranstalter ein so hohes Bußgeld auferlegt, daß der wirtschaftliche Vorteil bei ihm komplett abgeschöpft wird.

Auf der Pressekonferenz, die man auf FUDDER verfolgen kann, wird die Einleitung eines Bußgeldverfahrens bestätigt, da der Veranstalter z.B. offene Feuerstellen auf dem Messegelände geduldet hat, die nicht zugelassen waren und sich auch vehement gegen die Zuverfügungstellung von Wasser für die Besucher gewendet hat, obwohl zahlreiche Dehydrierte von den Sanitätern verarztet werden mußten.

Hier war wohl die Profitgier ausschlaggebend.

Die Stadt Freiburg jedenfalls hat vorbildlich reagiert: Während der Veranstaltung so schnell wie möglich mit Ordnungs- und Polizeikräften eingegriffen und nach der Veranstaltung die richtigen Konsequenzen gezogen. Chapeau!

Stau am Tunnel am See: Tausende Besucher sollen durch einen nahezu unbeleuchteten schmalen Tunnel, sicher ohne ausreichende Kanalisierung durch Ordner eher suboptimal, siehe: