Sarrazin verbleibt in der SPD – kein Ausschluß

Das war wohl nichts mit dem Ausschluß von Thilo Sarrazin aus der SPD. Mit großem Getöse fand ein Parteiausschlußverfahren statt, diverse SPD-Größen haben herumposaunt, daß ein solcher Mann nichts in der SPD verloren hätte, allen voran Andrea Nahles. Und nunmehr ist außer heiße Luft nichts dabei herum gekommen und auf Seiten der SPD gibt es nichts als Verlierer.

Thilo Sarrazin kam zu der Ausschlußsitzung mit seinem Rechtsbeistand Klaus von Dohnanyi, der vielen als SPD-Politiker aus seiner Zeit als Bundesminister für Bildung und Wissenschaft und als Erster Bürgermeister Hamburgs bekannt gewesen sein dürfte.

Gegen dieses hoch angesehene „Urgestein“ der SPD kamen die „jungen Wilden“ in der SPD wohl nicht an. Trotz gleich vier Anträgen, Sarrazin aus der SPD auszuschließen, darf Sarrazin nun SPD-Mitglied bleiben. Die Schiedskommission des SPD-Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf einigte sich darauf. Nach fünfstündiger Diskussion, erklärte Sarrazin, daß er zu keinem Zeitpunkt die Absicht hatte, sozialdemokratische Grundsätze zu verletzen. Auch läge es ihm fern, bestimmte Gruppen, insbesondere Migranten, zu diskriminieren.

Damit ist bereits das zweite Ausschlußverfahren gegen Sarrazin gescheitert, bereits im März 2010 verlief ein erstes Verfahren im Sande.

Andrea Nahles, die den Ausschlußantrag begründet hatte, wollte zum Ausgang des Verfahrens keine Stellungnahme abgeben.

Sarrazin verließ die Sitzung im Berliner Rathaus mit einem Gewinnerlächeln und kann nun wieder zu seiner Frau zurück, die sich – nach Mobbingvorwürfen – aus dem aktiven Schuldienst zurückgezogen hat.

Mit und ohne SPD-Mitgliedschaft muß sich Sarrazin um seine finanzielle Situation wohl auch zukünftig keine Sorgen machen. Aus der aktiven Bundesbank-Arbeit ist er mit vollen Pensionsansprüchen ausgeschieden, zudem dürften ihm seine Buchverkäufe ein siebenstelliges „Zubrot“ bescheren.