Sarkozy statt bei Carla Bruni und der Geburt seines Kindes bei Angela Merkel – was ein Tausch

Na, das hat sich Nicolas Sarkozy, der französische Präsident sicher vorher ganz anders vorgestellt. Eigentlich wollte er mit seiner Frau Carla Bruni in die Geburtsklinik zur Geburt des gemeinsamen Kindes fahren… Carla Bruni ist dort wohl jetzt auch, aber Sarkozy musste direkt weiterreisen zu einem Blitzbesuch bei Angela Merkel nach Frankfurt.

Was ein Tausch…

Sarkozy trifft in Frankfurt nicht nur die Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Sarkozy will mit Merkel und der EZB bereits im Vorfeld des EU-Gipfels am Wochenende einen Plan zur Euro-Rettung ausarbeiten. Da muß er wohl auch in Kauf nehmen, daß sein Stammhalter ohne ihn zur Welt kommt.

Trotz aller Konferenzen, Planungen und Meetings innerhalb der EU ist bisher nur beschlossen, daß etwas beschlossen werden soll. Das dürfte zur Euro-Rettung nicht ausreichen. Einige Euroteilnehmer hätten gerne den Euro-Rettungsschirm EFSF, an dem Deutschland ohnehin schon mit über 200 Milliarden Euro haftet, noch etwas ausgedehnt, bezahlen sollen das Deutschland und Frankreich. Das lässt sich natürlich trefflich von anderen fordern, wenn die Hauptlast bei Deutschland und Frankreich liegt.

Bundesfinanzminister Schäuble hatte in letzten Interviews eine weitere Ausdehnung des Rettungsschirmes abgelehnt, zumindestens dann, wenn größere Lasten auf Deutschland zukommen würden.

Sarkozy hingegen würde am liebsten aus den Euro-Rettungspaketen seine französischen Banken retten, die bei einem Schuldenschnitt in Griechenland wegen der hohen Bestände an Griechenland-Anleihen alle ins Straucheln kommen dürften.

Während Sarkozy und Merkel in Frankfurt diskutieren, wie man den Euro und Griechenland retten kann, demonstrieren die Griechen in Massen gegen eine Rettung und die damit verbundenen Sparmaßnahmen.