Japan riegelt 5 Wochen nach Katastrophe Fukushima total ab

Mehr als 5 Wochen hat es gedauert, bis die Regierung in Japan nunmehr nach der Atomkatastrophe in Fukushima am 11.März das Gebiet um Fukushima endlich absperrt. Bis gestern konnte noch jeder mit seinem Pkw – sofern er einen Weg durch die teilweise vom Erdbeben zerstörten Strassen fand – bis vor die Tore des Atomkraftwerks fahren.

Evakuierte reisten nahezuständig in das verstrahlte Gebiet, um noch letzte Habseligkeiten aus früheren Wohnsitzen zu holen. Damit ist jetzt Schluß.

Ohne besondere staatliche Erlaubnis darf niemand mehr in die Sperrzone, die in einem Ring von 20km rund um Fukushima gelegt worden ist, – auch Anwohner nicht. Auch nicht, um persönliche Gegenstände zu holen.

Mit Sondergenehmigungen wird sehr restriktiv umgegangen: Wenn überhaupt jemand in die Sperrzone will, dann sind Sondergenehmigungen nur für EIN Familienmitglied möglich, welches auch nur maximal 2h in der Zone verweilen darf und dies auch nur mit Strahlenschutzkleidung und Geigerzähler. In einem Umkreis von 3km um das Kraftwerk ist auch das Erteilen einer Sondererlaubnis nicht mehr möglich.

Polizisten haben auch gestern noch mindestens 60 Familien angetroffen, die sich weigerten, aus der Schutzzone wegzuziehen und dort noch immer wohnten und wohnen bleiben wollten. Sie sind aufgefordert worden, bis Freitag die Gegend zu verlassen, ansonsten kommt die Zwangs-Evakuierung.

Regierung und der Betreiber Tepco erwägen, jedem geschädigten Haushalt eine pauschale Entschädigungssumme von umgerechnet ca. 8000 Euro zu zahlen. Damit dürfte allerdings weder der Verlust von Wohneigentum noch der Verlust der Einrichtungsgegenstände noch die gesundheitliche Schädigung tatsächlich abgegolten worden sein. Für einen Super-Gau ein wenig wenig.