PIMCO-Chef El-Erian: Weltwirtschaft von 4 Faktoren bedroht!

Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleihe-Händlers PIMCO, hat für Handelsblatt Online eine Gastkolumne geschrieben, in der er die 4 für die Weltwirtschaft an bedrohendsten einzustufenden Risiken nennt.

Zum einen sind da die jüngsten Unruhen im Nahen Osten bzw. Nordafrika und die Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan, die noch immer nicht voll bewältigt sind. Im Falle der Japan-Katastrophe kommen die größeren Auswirkungen wohl erst noch auf uns zu, denn in Japan steht vielerorts in Fabriken die Produktion still, was zumindest kurzfristig zu Angebots-Engpässen z.B. bei Unterhaltungselektronik oder japanischen Automobilen führen wird. Die Auswirkungen der Katastrophen werden erst noch voll auf die Weltwirtschaft einwirken. Die Unruhen im Nahen Osten sorgen für einen hohen Ölpreis, der an den Zapfsäulen dem Verbraucher Kaufkraft abschöpft, während die Katastrophe in Japan internationale Produktionsketten ins Stocken geraten lässt. Mit den Worten von Bachman Turner Overdrive: „You ain’t seen nothin‘ yet!“ (Du hast doch noch gar nichts gesehen/erlebt).

Das zweite Risiko, das zu beachten ist, ist in Europa, genauer gesagt im Euro-Raum heimisch. Hier prallt eine starke, sich im Aufschwung befindende Volkswirtschaft – Deutschland – auf finanziell stark angeschlagene, wirtschaftlich nicht starke Staaten wie Portugal, Griechenland und Irland und muss für diese bürgen bzw. Garantien geben. Die 3 letztgenannten Staaten haben allesamt Gelder aus dem Euro-Rettungsfonds beantragt und sich ambitionierte, einschneidende Sparprogramme auferlegt. Ob sie aber ihre Schulden jemals in den Griff bekommen werden, bleibt abzuwarten. Die allgemeine Erwartungshaltung ist aber eher pessimistisch.

Das dritte Risiko ist wieder einmal der US-Immobilienmarkt, der sich von den massiven Preisstürzen der Finanzkrise nicht erholt hat. In einigen Gegenden der USA droht sogar weiterer Immobilienpreis-Verfall, was massiven Einfluss auf das Konsumverhalten der Bürger hat (Vertrauensverlust in Werte/Geld) und zum anderen auch das Umzugsverhalten der Bürger beeinflusst, die dann nicht mehr so einfach umziehen können, weil sie keine Hypothek bekommen, was indirekt das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit befeuert.

Und „last but not least“ die ausufernden Schulden der USA. Die USA sind mit 98% des BIP, also der jährlichen Wirtschaftsleistung, verschuldet. Um einer Deflation entgegen zu wirken hat die Fed, die US-Notenbank, Unmengen frisches Geld in die Märkte gepumpt. Der Dollar hat gegenüber dem Euro einiges an Wert eingebüßt. Selbst Ratingagenturen äußern erste Zweifel an der Kreditwürdigkeit der USA. Standard & Poor’s (S&P) hat erst zu Beginn der Woche die Rating-Aussicht für die nächsten 2 Jahre von „stabil“ auf „negativ“ gesetzt. Ein ganz deutlicher Warnschuss an die Adresse der US-Regierung. In diesen unseren Zeiten scheint alles möglich, sogar das die USA ihr Höchstrating verlieren könnten, was die Welt, wie wir sie kennen, einschneidend verändern würde.

Überlegen Sie sich gut, was sie mit Ihren Ersparnissen bzw. Ihrem Vermögen machen. Selbst Großanleger wie College-Fonds halten mittlerweile physisches Edelmetall.

(Quelle: Handelsblatt Online)

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