Münze Österreich Umsatz bricht ein – Nachfrage bei Gold geht zurück

Der Umsatz der Münze Österreich, der staatlichen österreichischen Münzprägestätte könnte dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr um rund 50% einbrechen, so das Vorstandsmitglied Gerhard Starsich. Grund sind zurückgehende Umsätze vor allen Dingen bei Gold-Philharmonikern, der klassischen Anlagemünze aus dem Hause der Münze Österreich.

Nach 2,7 Milliarden Euro Umsatz in 2011 ist in 2012 eher mit runden 1,2 Milliarden Euro zu rechnen, wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes passiert.

Experten aus dem Münzmarkt hatten lange Zeit bemängelt, daß die Münze Österreich im Gegensatz zu anderen Münzprägestätten das Aufgeld für die Goldunzen Wiener Philharmoniker in Prozent gleich belassen hat, obwohl die Berechnungsbasis aufgrund des gestiegenen Goldpreises stetig gestiegen ist. Andere Münzprägestätten wie z.B. die Perth Mint in Australien oder die Royal Canadian Mint in Kanada hatten bereits zu einem früheren Zeitpunkt die Aufgelder heruntergenommen und so Mehrabsätze im Markt generiert – zu Lasten der Münze Österreich.

Die Münze Österreich hatte erst vor kurzem die Aufgelder bei Großabnahmen von Distributoren leicht gesenkt.  Der Maple Leaf in Gold und das australische Känguru drohten im 1-Unzen-Anlagemünzenbereich dem Wiener Philharmoniker das Wasser abzugraben.

Allerdings darf man sich von den zurückgehenden Absatzzahlen (vor allen Dingen im Goldbereich) nicht blenden lassen. Auch das nunmehr tiefere Umsatzniveau ist immer noch VIERMAL so hoch wie vor Ausbruch der Finanzkrise. Letztes Jahr habe die Münze Österreich mehr als 50 Tonnen Gold verkauft, – hieran mag man die Sorge der Anleger um die Stabilität des Euros ablesen.

Vorstand Starsich deutet das zurückgegangene Goldabsatzvolumen als Rückgang der Angst der Anleger.

Die Münze Österreich verkauft 60 bis 70 % des Goldes in Österreich, wohingegen bei den Silber-Philharmonikern Deutschland der mit Abstand wichtigste Markt ist.  Ca. 50% der Absätze beim Silber-Philharmoniker finden in Deutschland statt, der Rest verteilt sich auf Österreich und den Rest der Welt, vor allen Dingen USA und Japan. 556 Tonnen Silber habe man im letzten Jahr verkauft.

Edelmetall-Produkte der Münze Österreich wie die Wiener Philharmoniker in Gold und Silber werden in Deutschland überwiegend bei Edelmetall-Versendern und zum Teil auch noch bei Banken gekauft, die sich aber immer mehr aus dem Geschäft zurückziehen, weil ihnen die Margen zu gering sind.