Immer mehr Falschgold soll zu Geld gemacht werden

Mehrere Händler machten uns darauf aufmerksam, daß immer öfter versucht wird, Falschgold zu Geld zu machen. Nahezu täglich werden bei Goldhändlern Schmuckstücke vorgelegt, die scheinbar aus Gold sein sollen, aber oft nur aus unedlem Material sind, dennoch aber Gold-Feinheitsstempel aufweisen.

Der Prüfaufwand habe sich erheblich erhöht. Früher haben Händler oft mit einem einfachen Goldabrieb und einer Goldprüfsäure den Feingehalt getestet, mittlerweile müsse man den Test aufwändiger mit Ultraschall- und Röntgengeräten vornehmen, um immer geschickteren Betrügern das Wasser abzugraben.

Betrüger kaufen beispielsweise massenhaft echte Schließen für Goldkettchen in Pforzheim, – in dem Wissen, daß auf der Schließe aus echtem Gold ein echter Feinheitsstempel ist. Eine echte Schließe wird dann mit einer falschen Kette verbunden und man hofft auf einen Prüfer, dem das nicht auffällt.

Beliebt ist auch der Trick, daß Betrüger an der Tankstelle oder am Fahrkartenautomaten vortäuschen, daß man das Portemonnaie verloren habe, aber dringend Benzin oder die Fahrkarte bräuchte. Man würde sich gerne 50 Euro leihen, als Sicherheit gibts den dicken – scheinbar aus Gold bestehenden – Siegelring, der aber in echt nur aus Messing besteht. Bei einigen Händlern werden täglich mehrere solcher Ringe angeboten, teils von Betrogenen, teils von Betrügern.

Die Betrüger agieren nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern mittlerweile auch in der Schweiz, wie der Zeitungsbericht in der Schweiz zeigt: Falscher Goldschmuck in der Schweiz

Professionelle Goldaufkäufer fallen auf solche Betrüger kaum herein, sondern behalten das Falschgold ein und erstatten Anzeige, wenn der Betrüger nicht schnell genug das Weite sucht.

Roman Schneider vom Goldhändler CDN in Freiburg berichtet, daß einige Betrüger den Goldverkaufsversuch abbrechen, sobald Sie professionelle Prüfgeräte wie z.B. das Niton XL2 sehen oder auch nur der Satz fällt „Wir müssten das halt mit Ultraschall prüfen“. An der Stelle kann man oft leicht Betrogene von Betrügern unterscheiden. Der Betrüger springt auf und bricht den Verkauf ab, der Betrogene bleibt sitzen.

Der sicherste „Trick“, kein Falschgold zu kaufen, ist, wenn man Gold aus seriöser Quelle kauft. Autobahnparkplätze und Bahnhofsvorhallen gehören nicht dazu.

Je höher der Goldpreis klettert, desto mehr Betrüger werden allerdings aus ihren Löchern kommen.