Kirche verzockt 45 Millionen Euro durch Spekulationen in Magdeburg

Im Bistum Magdeburg, wo man pro Jahr ohnehin nur 10 Mio Kirchensteuern einnimmt, hat man gedacht, mit geschickten Spekulationen, beschönigend auch „Investments“ genannt, den Stein des Weisen gefunden zu haben. Statt die Einnahmen über mehr Gläubige zu erhöhen, dachte man dort wohl, die Einnahmen könnte man auch durch riskantere Investments unter Einsatz der Kirchensteuer-Einnahmen erhöhen. Dumm gelaufen.

In den letzten 10 Jahren sind damit wohl rund 45 Millionen an investierten Kirchensteuern verloren gegangen. Einfach weg.

In Sachsen-Anhalt, wo noch nicht einmal 4% der Bevölkerung katholisch ist, hat man naturgemäß nur wenig Kirchensteuer, pro Jahr rund 10 Millionen. Dazu kommen noch rund 10 Millionen an Transferleistungen aus anderen Bundesländern und Zuschüssen des Landes. Das war den Verantwortlichen wohl zu wenig.

Man investierte in ein Siedlungswerk ( Siedlungswerk „St.Gertrud“), welches Gebäude für die Kirche und Wohnungen bauen sollte, später machte man daraus eine GERO AG. Unter Führung von Norbert Diehl ging dort allerdings einiges in die Hose. Man investierte in Bio-Tech-Untenehmen (Meltec), das Bistum kaufte einen 50% Anteil, den man später auf Gero übertragen hatte. Alleine mit diesem Investment verlor man wohl um die 15 Millionen Euro. Über eine Beteiligungstochter BTV investierte man auch in den USA, was für ein Bistum aus Ostdeutschland sicher nicht ganz naheliegend ist. Besonders gerne investierte man in Fremdwährungsgeschäfte, Fonds und Swaps.

In den Jahren 2007 und 2008 kamen z.B. Verluste von über 20 Millionen aus diesen Investments heraus. Es darf bezweifelt werden, ob sich das die Kirchensteuerzahler so vorgestellt haben. In deren Vorstellung werden mit den Kirchensteuer-Euros wohl eher hungernde Kinder in Afrika gefüttert, statt dicke Banker in New York noch dicker gemacht.

Aktuell werden vor Gericht dicke Akten gewälzt und man schiebt sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Man darf gespannt sein, wem der Richter die Schuld in die Schuhe schiebt. Die ganze Geschichte rund um die Vergeudung von Kirchensteuer-Geldern ist eines bereits jetzt: Unappetitlich.