Stringtanga und Duschkabine : Zentralbank-Tochter zahlt Schmiergelder und macht Geschenke

In Österreich hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Bereich der österreichischen Zentralbank und deren Tochtergesellschaften nahezu abgeschlossen. Dabei geht es um Verfahren gegen die aktuellen bzw. früheren Chefs und Aufsichtsräte aus der österreichischen Zentralbank „OeNB“ und deren Tochtergesellschaften Münze Österreich und Oesterreichische Banknotendruckerei (OeBs). Ermittelt wurde rund um 30 Beschuldigte, auch gegen den Vizechef der österr. Zentralbank, Wolfgang Duchatczek. Die Beschuldigten weisen nahezu alle die Vorwürfe weit von sich. In zwei Fällen kam es wohl zu Geständnissen, sodaß die Staatsanwaltschaft demnächst wohl Anklage erheben wird.

Insbesondere geht es um hochrentable Aufträge in Syrien und Aserbaidschan, wo bis zu 20% der Auftragssumme an die dortigen Verantwortlichen in der Notenbank oder dem Umfeld als „Provision“ gezahlt worden sind. Dazu habe es Beraterverträge gegeben, die bemerkenswerter Weise rückdatiert worden sein, – eine Briefkastenfirma („Venkoy“) in Panama sei zur Verschleierung dazwischen geschaltet worden, so lauten die Vorwürfe.

Verfahren gegen Münze Österreich Chefs Gerhard Starsich und Dietmar Spranz eingestellt

Die Verfahren gegen den heutigen Münze Österreich-Vorstand Gerhard Starsich sowie gegen seine Vorgänger im Vorstand der österr. Münzprägestätte, Dietmar Spranz wurden von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Bei den Aufträgen rund um die Banknotendruckerei seien anfangs 20% der Auftragssumme an die Entscheidungsträger als eine Art „Bestechungsgeld“ geflossen, später sollte dies halbiert worden sein und es gab großzügige Geschenke (vom Stringtanga bis zur Duschkabine) im Wert von über 500.000 Euro lauten die Vorwürfe. Teilweise sei Bargeld in Geldscheinbündeln in Plastiktüten übergeben worden.

Im Laufe des Verfahrens rollten einige Köpfe, – auch bei der Münze Österreich, wo z.B. auch Kurt Meyer, der zweite Vorstand der Münze Österreich und für die Technik zuständig, seinen Hut nahm, – damals rollten Berichte über private Käufe über die Firmenkreditkarte, die aber zurückgezahlt worden seien, durch die Presselandschaft. Auch Münze Österreich Vorstand Miller nahm seinen Hut, war wohl auch kurzzeitig inhaftiert.

Mittlerweile sind die Abläufe den meisten Herren in den schwarzen Anzügen mit den weissen Hemden in der Zentralbank und den Tochtergesellschaften peinlich und unangenehm, – es ist den Beteiligten aber bisher offensichtlich nicht gelungen, die Vorwürfe gänzlich zu entkräften, wie die bisherigen Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft zeigen.

Hier ein Auszug aus der Spesenliste der „Gastgeschenke“, die aus Österreich zur Erlangung und Beibehaltung der Aufträge gemacht worden sein sollen:

– Chanel-Schuhe

– Mont Blanc Füller

Stringtangas u. Nachthemden

Duschkabine

– Geschirrspüler

Potenzmittel

– Crosstrainer

(Die Liste stützt sich auf eigene Aussagen einer ehemaligen Mitarbeiterin der österr. Banknotendruckeri)