5400 Euro Strafe für 600.000 Euro Betrug in Ebay – Fatih Dogan im Glück

Fatih Dogan (28, Bochum) wird es als seinen Glückstag bezeichnen, den Tag an dem ein Bochumer Richter das Urteil gesprochen hat. Nach Ansicht des Gerichts hat er 6359 Käufer betrogen und damit rund 600.000 Euro ergaunert.

Fatih Dogan verkaufte mit seinen beiden ebay-Accounts fd6666 und fd-tools bei Ebay Ware für rund 900.000 Euro, – er sammelte über 900 negative Bewertungen, überwiegend bei Verkäufen nach Frankreich. Der Vorwurf von Verbraucherschützern lautet, daß Ebay auch diesen account viel zu spät gesperrt hat und so dem Straftäter lange ein weiteres Betrügen ermöglicht hat.

Der Richter war der Auffassung, daß eine milde Strafe angemessen sei, da Fatih nicht vorbestraft war und Paypal einen Großteil des Schadens übernommen habe.

(Nach der Logik werden Bankräuber demnächst milder bestraft, wenn die Bank gegen Bankraub versichert war)

Bei einem Schadenvolumen von über einer halben Million Euro wirkt die zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von 2 Jahren, die er nicht antreten muß und die Geldstrafe von 5.400 Euro geradezu lächerlich. Auch die Bewährungsauflagen von 5000 Euro (2500 ans Land und 2500 an einen Hospizverein) lassen bei vielen Lesern den Eindruck: „Verbrechen lohnt“.

Das Bochumer Landgericht scheint für Verbrecher der richtige Standort zu sein.

Ebay hat übrigens zahlreiche Auktionsdaten des Straftäters gelöscht und somit die Strafverfolgung noch schwerer gemacht, man möchte wohl einen Imageschaden für ebay abwenden.

Dogan hat rund 600.000 Euro in bar von seinen Konten abgehoben und wisse auch nicht mehr, wo die jetzt sind. Angeblich alle ausgegeben.