Skandal bei der Münze Österreich aufgedeckt – Vorstand bediente sich aus der Kasse

Die Münze Österreich als Tochtergesellschaft der österreichischen Zentralbank, die sich in Österreich „Oesterreichische Nationalbank – OeNb“ nennt, hätte sich sicherlich gewünscht, daß diese Internas auch intern geblieben wären. Doch der Druck der Öffentlichkeit war so groß, daß es jetzt ans Tageslicht kam.

Die Münze Österreich als Produzent der Wiener Philharmoniker Silbermünzen und Goldmünzen hatte sich im Oktober 2010 von einem ihrer zwei Vorstände getrennt. Kurt M. wurde sehr kurzfristig abberufen, – keiner wollte so recht Informationen herausrücken, was denn wohl der Hintergrund dieser ungewöhnlichen Beendigung des Arbeitsvertrags war.

Der Wirtschaftsprüfer Peter Wundsam und die Konzernrevision der Oesterreichischen Nationalbank haben den Vorfall eingehend untersucht.

Nach bisher vorliegenden Informationen hat der ehemalige Vorstand Kurt M. die Firmenkreditkarte in erheblichem Umfang wohl auch privat genutzt, unter anderen zu Einkäufen in Edelboutiquen. Kurz vor der Entlassung existierte ein „Negativsaldo in Höhe von ca. 104.000 Euro“, den der Ex-Vorstand allerdings zwischenzeitlich ausglich. Eine wesentliche Einzahlung dazu fand den Angaben zufolge am 12. Oktober statt – einen Tag vor seiner vorgesehenen Entlassung. Der Münze Österreich kamen wohl Muffensausen, ob denn eine fristlose Kündigung überhaupt rechtlich unangreifbar sei, da man die Überziehung und private Nutzung der Firmenkreditkarte schon länger stillschweigend geduldet hatte. Man vereinbarte dann eine humane Trennung, incl. einer vertraglich vorgesehenen Abfindung in Höhe von 6 Monatsgehältern (ca. 170.000 Euro brutto) plus einer zusätzlich ebenfalls gezahlten Abfindung in Höhe von über 139.000 Euro.

Die Regelung habe man auch gefunden, weil Vorstand K.Meyer zu dem Zeitpunkt schwer erkrankt war, – aus humanitären Gründen.

Bei der Auszahlung wurden Schulden des Ex-Vorstands gleich verrechnet, sodaß insgesamt weniger ausgezahlt wurde.

Bei der Revision der Vorgänge fiel auch auf, daß die privaten Studiengebühren eines Kurt M. Nahestehenden auch gleich vom Bankkonto der Münze Österreich beglichen wurden. Die Columbia University freute sich über den Eingang von über 20.000 US$ vom Münze Österreich Konto.

Unorthodox sei auch die Rückführung privat getätigter Ausgaben gewesen, mal seien größere Beträge in bar in die Kasse gelangt, mal seien – ohne Genehmigung durch den Aufsichtsrat – zahlreiche nicht genommene Urlaubstage direkt auf den Schuldsaldo gebucht, auch in fünfstelliger Eurohöhe.

Die Münze Österreich habe mittlerweile durch Erlass neuer Dienstvorschriften verhindert, daß sich ähnliche Fälle wiederholen und auch eine eigene Innenrevision eingerichtet.

Aktuell wird die Münze Österreich vom Generaldirektor Magister Gerhard Starsich und (seit November 2011) dem Ingenieur Thomas Kubaczek als interimistischer Vorstand geleitet. Der bis vor kurzem ebenfalls interimistisch eingesetzte Vorstand Miller ist nicht mehr als Vorstand aktiv

Wirtschaftsprüfer Wundsam deckte auch das Dunkel um Provisionen, bzw. Schmiergeldzahlungen bei der Beschaffung von Aufträgen für die Banknotendruckerei auf, hier wurden wohl fragwürdige Zahlungen Richtung Aserbeidschan und Syrien getätigt, teilweise über eigens eingerichtete Briefkastenfirmen wie „Venkoy“. Auch Geldzahlungen aus dem Koffer und Plastiktüten waren Teil des Systems. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.