Fort Knox: Ist das Gold da überhaupt noch drin ?

Fort Knox

Fort Knox

Immer wieder tauchen in den Medien Gerüchte auf, daß im amerikanischen Fort Knox überhaupt kein Gold mehr vorhanden ist. Dort sollen bedeutende Teile des US-Goldes liegen. Warum tauchen diese Zweifel auf?

Wir wollen es näher beleuchten:

Was ist das Fort Knox überhaupt?

Das Fort Knox ist eigentlich ein Militärstandort, der schon seit 1862 in ähnlicher Form besteht, — zunächst trug dieser den Namen „Fort Duffield“. Im ersten Weltkrieg wurde nach beginnendem Zerfall wieder neu aufgebaut und erhielt auch seinen neuen Namen: „Fort Knox“. Der Name rührt von Henry Knox, einem US-General des Unabhängigkeitskrieges in den USA, der später auch Kriegsminister wurde. Erst im Jahr 1937 errichtete das Finanzministerium der Vereinigten Staaten von Amerika angrenzend an den Militärstützpunkt das Lager für den Goldbestand der USA, dies wird dort „Bullion Depository“ genannt. Unter „Fort Knox“ wird heute im Allgemeinen nur dieses Goldlager verstanden. — United States Bullion Depository. Es gilt — auch wegen des benachbarten Militärstützpunkts — als uneinnehmbar und wurde angeblich unter höchsten Sicherheitsaspekten gebaut: Die Wände sind aus 20cm Granit, alleine die Tür soll 20 Tonnen wiegen.

Warum gibt es Zweifel am Goldbestand im Fort Knox?

Ganz einfach: Weil seit langem keine unabhängige Revision oder Zählung mehr dort stattgefunden hat und weil entsprechende Anträge und Anfrage unter höchst zweifelhafter Begründung abgelehnt werden.

Der US-Abgeordnete Ron Paul, der dem Gold besonders verbunden ist und die Rolle der US-Zentralbank FED eher kritisch sieht, hatte mehrfach beantragt, das Gold doch einmal zählen und prüfen zu lassen. Alle entsprechenden Anträge wurden allerdings abgelehnt.

Alle die letzten Inspektionen haben sich darauf beschränkt zu überprüfen, daß die versiegelten Türen zu bestimmten Lagern auch weiterhin versiegelt und verschlossen sind. Was dahinter ist, hat niemand geprüft. Jedes Finanzamt würde eine derartige Inventur bei grösseren Unternehmen in Deutschland als unzureichend verwerfen.

Das Finanzministerium in den USA lehnt jedoch eine Vollaufnahme des Goldes ab, weil dies zu teuer wäre. Angeblich wären 400 Personen 6 Monate beschäftigt, die insgesamt 700.000 Goldbarren zu zählen und zu prüfen, — dies würde 15 Millionen Dollar kosten und das Geld wolle man nicht ausgeben. Bloomberg hat ausführlich darüber berichtet.

Ron Paul, der auch als US-Präsidentschaftskandidat aktiv ist, bezweifelt auch die Goldbestandsprüfungen, die Eric Thorson aus dem US Finanzministerium vorgenommen haben will. Er hat sich quasi selber überprüft und hätte die Prüfung in viel zu kurzer Zeit abgeschlossen, — da könne man gar nicht ernsthaft prüfen.

Obwohl mittels moderner Röntgengeräte jeder Goldbarren in 5 Sekunden zu prüfen wäre und auch mit Ultraschall ein Prüfung kaum länger als 30 Sekunden dauern würde, behauptet das US-Finanzministerium eine exakte Prüfung sei unmöglich, da man für jeden Barren ca. 30 Minuten brauchen würde und 700.000 Stück seien da.

Pikaterweise hat man sich auch auf Ron Pauls Vorschlag, dann wenigstens stichprobenweise ein unabhängiges Audit vornehmen zu lassen, NICHT EINGELASSEN. Ein Schelm , wer Böses dabei denkt.

Das letzte Mal, das überhaupt jemand in Fort Knox war, war 1974, als man für Kongress-Abgeordnete, Journalisten und Fotografen kurz die Türen öffnete. Aber auch dort fand noch nicht einmal eine Zählung der Goldbarren, geschweige denn eine Prüfung statt.

Da selbst der Transport des Goldes in das Fort Knox 1937 unter mysteriösen Umständen stattfand und in keinster Weise ordnungsgemäß dokumentiert ist, kommen Zweifel auf, ob das Gold überhaupt in der angegebenen Menge dort vorhanden ist.

Gleich mehrere Präsidenten hätten dies zwischendurch schon veräußern können, ob es Richard Nixon oder Präsident Johnson war, — ist dabei eigentlich noch gleichgültig. Um beide ranken sich Legenden der Goldverschiebung.

Die FED hat vor dem Anschlag auf das World Trade Center immer betont, daß ein Großteil des US Goldes unter dem World Trade Center in Tresoren lagere. Bemerkenswerterweise hat aber kein Feuerwehrmann und kein Polizist bei den Aufräumarbeiten nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center dort auch nur einen Krümel Gold gesehen. Noch nicht einmal den Ansatz einer Tresortür, geschweige denn auch nur ein Gramm Gold. Die zahlreichen 12,5-Kilo-Goldbarren können auch bei einem Flugzeuganschlag auf die oberen Stockwerke im Keller kaum „verdunstet“ sein, — schon gar nicht mit dem Tresor zusammen. Es war aber nichts da, wo vorher laut FED beträchtliche Mengen gewesen sein sollen.

Unter all diesen Umständen verwundert es nicht, wenn Fragen aufkommen, ob das Gold in Fort Knox überhaupt noch da ist. Es verwundert allerdings, daß man seitens der US Regierung, des US Finanzministeriums und der amerikanischen Notenbank FED alle Bemühungen, das Gold einmal unabhängig zählen zu lassen, glattweg ablehnt und niemanden — noch nicht einmal Kongressabgeordnete — in das angebliche Goldlager Fort Knox hereinschauen lässt.

Strauss-Kahn und das Gold in Fort Knox

Kein Wunder, daß sogar die Schweizer Zeitung 20min in einer Ihrer Ausgaben infrage stellte, ob das Gold überhaupt noch in Fort Knox ist. Es ranken sich auch Gerüchte um den ehemaligen IWF-Präsident Strauss-Kahn. Nach solchen Gerüchten solle sich Strauss Kahn beim US-Präsidenten über eine bisher ausbleibende Überstellung von 191,3 Tonnen Gold an den IWF beschwert haben und vermutet haben, daß in Fort Knox überhaupt kein Gold mehr sei. Daraufhin habe man ihm die Geschichte mit dem Zimmermädchen im New Yorker Hotel angehängt, um ihn auszuschalten. Klingt wie eine Verschörungstheorie.

Solange aber die US Notenbank FED, die US Regierung und das US Finanzministerium sich beharrlich weigern, eine unabhängige Kontrolle des Goldes in Fort Knox (Kentucky) vorzunehmen, werden solche Verschwörungstheorien ebenso wenig vom Markt verschwinden, wie der Gedanke, daß dort gar kein Gold mehr ist oder nur noch Goldbarren, die einen Wolframkern haben. Schulden genug haben die USA schon lange, die sie hätten in die Not kommen lassen können, das Gold zu verwerten.