EZB pumpt 529 Milliarden Euro ins marode Bankensystem – Märkte schwächeln

Die EZB „verleiht“ 529 Milliarden Euro (die sie nicht hat) an europäische Banken. Insgesamt über 800 Banken haben den 3-Jahres-Kredit zu 1% in Anspruch genommen. Die meisten Analysten hatten diese Summe (rund eine halbe Billion Euro) erwartet. Die EZB begründet das Vorgehen damit, daß die Banken die Gelder nutzen könnten, um der Wirtschaft Kredite zu geben. Tatsächlich kritisieren aber Rating-Agenturen wie z.B. Fitch, daß die Banken sich damit nur „Zeit“ kaufen, bis dort die Probleme wieder an die Oberfläche kommen.

Bereits Ende des letzten Jahres wurden rund 500 Milliarden an Banken verliehen. Ein positives Bankensystem würde eine solche Liquiditätsspritze gar nicht brauchen. An italienische Banken sollen über 100 Milliarden Euro geflossen sein. Nach Bekanntwerden der Zahlen reagierten die Aktienmärkte erstmal schwächer.

Im Zuge der Bernanke-Rede am Nachmittag gingen dann auch der Goldpreis und Silberpreis auf Talfahrt, um dann langsam wieder Fahrt nach oben aufzunehmen. Gold notierte zuletzt bei 1289 Euro/oz und damit rund 3% schwächer als am Tag zuvor, der Silberpreis notierte zuletzt mit 26,25 Euro/oz rund 1,20 Euro schwächer als am Vortag.

Mehrere befragte Goldhändler in Deutschland äußerten sich dahingehend, daß der heutige Tag der umsatzstärkste im ganzen Monat war. Zahlreiche Kunden haben den Preisrücksetzer beim Goldpreis zum Einstieg genutzt und Positionen aufgebaut, dito beim Silber. Großhändler berichteten davon, daß auf dem niedrigen Niveau die Händler wieder ihre Lager füllen würden und nachmittags soviel eingekauft hätten, wie die Liquidität zugelassen hat.

Man geht nach den auch monatsend-bedingten Gewinnmitnahmen und Glattstellungen davon aus, daß ab morgen der Goldpreis und Silberpreis wieder zulegt. Spätestens nach dem Wochenende.