AMBER Gold in Polen: 50.000 Geschädigte

Dass Firmen schliessen, kommt schon mal vor… daß Firmen aber schließen und es 50.000 Kunden gibt, die auf Ihr Geld warten, dürfte eher die Ausnahme sein. Polnische Ambergold-Kunden stehen im Moment vor geschlossenen Türen. Die Firma, vor der spätestens seit 2009 gewarnt wird, hatte vor allen Dingen polnischen Kunden Goldzertifikate angeboten, für die man auch gerne einmal Zinsen in der Größenordnung von 10% p.a. in Aussicht stellte.

Die Ambergold-Führungscrew stellt zwar in Aussicht, daß Ambergold-Kunden früher oder später ihr Geld wiederbekommen würden, können aber nicht angeben, wie das finanziert werden soll.

Polnische Ermittlungsbeamte haben zwischenzeitlich die Geschäftsräume durchsucht und sind eher weniger optimistisch, ob die Kunden denn das Geld wiedersehen. Es scheint wohl zumindestens teilweise so zu sein, daß Rückzahlungen aus den Einzahlungen neuer Kunden finanziert worden sind.

Amber Gold hatte Ende Juli den Betrieb der polnischen Fluglinie OLT Express eingestellt, an der Amber sich beteligt hatte. Danach hat ein Run auf die Ambergoldfilialen eingesetzt und tausende Anleger wollten ihr Geld zurück und mussten die Erfahrung machen, daß das Geld gar nicht mehr zurückgezahlt werden konnte. Die Filialen schlossen dann und nahmen keine Auszahlungen mehr vor. Insgesamt hatte Ambergold wohl um die 20 Millionen Euro von bis zu 50.000 Kunden eingesammelt.

Pikant ist, daß der Firmengründer von Ambergold, Marcin Plichta bereits früher als vermeintlicher Anlagebetrüger aufgefallen war und wegen Kapitalstraftaten vorbestraft war. Polnische Behörden hatten vor dem Unternehmen gewarnt, aber bis dato nichts unternommen.

Sogar der Sohn des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk war in einem Unternehmen der Ambergold-Gruppe beschäftigt.

Die Justizbehörden werden bei der Aufarbeitung Einiges zu tun haben.