10 Jahre Euro = 10 Jahre TEURO – hier die Preissteigerung ausgesuchter Artikel

Im Gefühl haben wir es alle, aber beweisen fällt dann doch immer schwer: Mit dem Euro sei alles teurer geworden… gleichzeitig betonen Politiker, daß der Euro eine tolle Sache wäre und kaum etwas nennenswert teurer geworden wäre, das wäre nur gefühlt… durch statistische Warenkörbe wird eine kleine Inflation ausgewiesen.

Kritiker bemängeln aber die Zusammensetzung und Gewichtung des statistischen Warenkorbs: Natürlich ist es schön, wenn ein Auslandstelefonat von Deutschland nach Schottland billiger geworden ist, aber wie oft ruft man da an? Natürlich ist es schön, wenn 1,5m-Plasmabildschirme sich im Preis halbiert haben, aber wie oft im Jahr kauft man diese?

Ist es nicht viel wichtiger, was Benzin, Brot, Nudeln und Heizöl kosten, die man jeden Tag braucht? Hier die Preissteigerung vom 1.1.2002 bis 1.1.2012 einiger ausgesuchter Artikel, damit man sich selber ein Bild machen kann. Als Zahlenquelle dienen Daten des statistischen Bundesamts, einer stern-Erhebung und allgemein zugängliche Daten großer Anbieter der betreffenden Artikel.

Hier die Preissteigerung mit und durch 10 Jahre Euro:

  • Dieselkrafstoff: +83,5%
  • Hundefutter: +130%
  • Heizöl: +131%
  • Strom: +78%
  • Parken in der Großstadt: +161%
  • Zigaretten: +86%
  • Bahncard: +80%
  • Möhren: +62%
  • Super-Benzin: +59%
  • Eintritt Schwimmbad: +43%
  • Eier: +40%
  • Leitungswasser: +27%
  • Kaltmiete: +23%

Und das sind Güter/Dienstleistungen, die viele Menschen regelmässig betreffen. Deswegen hat der Einzelne von seinen Euros weniger am Ende übrig und der einzelne Euro ist weniger wert.

Da nützt es auch nichts, wenn man zur Kenntnis nimmt, daß Papierservietten in den letzten 10 Jahren um 5cent pro Hunderterpackung billiger geworden sind. Wieviele Papierserviettenpackungen kaufen Sie denn pro Jahr? Vier vielleicht… sind 20cent im Jahr gespart, dafür geben Sie jede Woche 20 Euro mehr für Sprit aus… 🙂

Auch das Porto für einen Standardbrief ist von 56 auf 55cent gesunken, ist 1cent weniger. Auch wenn Sie 100 Briefe im Jahr verschicken würden, was der Durchschnittsbürger schon nicht tut, würden Sie dadurch nur 1 Euro pro Jahr sparen. Bis Sie mit dem Auto bei der Post sind, um die Briefmarken zu kaufen, haben Sie aber schon 5 Euro mehr ausgegeben. Einen für die Fahrt und 4 fürs Parken 🙂

In Ländern mit galoppierender Inflation geben die Menschen für gewöhnlich ihr Papiergeld so schnell wie möglich für Sachwerte aus. In Argentinien wird das Gehalt direkt am Auszahlungstag in Lebensmittel im Supermarkt umgesetzt, da dort am nächsten Tag die Preise schon wieder höher sein könnten.

In Deutschland kaufen aktuell viele Menschen Edelmetalle von ihren Euros, um der schleichenden Geldentwertung, die einer „kalten“ Enteignung gleich kommt, entgegen zu wirken.

Der Goldpreis in Euro ist letztes Jahr um rund 13% gestiegen, damit hat man der Inflation ein Schnippchen schlagen können.