Weltbank warnt vor weltweiter Krise – Zoellick kritisiert die EU

Der Weltbank-Chef Zoellick sieht eine weltweite Krise kommen, die die Wirtschaft auf der ganzen Welt treffen werde. Er kritisiert die EU, die in seinen Augen viel zu langsam auf die Probleme reagiere.

Die europäische Schuldenkrise sei der Beginn einer sehr gefährlichen Phase und viel gefährlicher als die US-Zahlungsunfähigkeit. Die Zentralbanken könnten auch nicht mehr eingreifen, da die Zinsen weltweit bereits auf Tiefstniveau seien und nicht mehr weiter gesenkt werden können. In USA sei man schon bei Null Prozent Zinsen, die Geldpolitik sei bereits so locker, wie es nur geht.

Mit Unverständnis reagiert der Weltbank Chef auf das zögerliche Handeln in der EU: Aus der Lehman-Krise in 2008 müsse man doch gelernt haben, daß Rettungshandeln je teurer wird, desto mehr man damit wartet.

Die Staaten in der EU haben alle kein Geld mehr und können Rettungsprogramme nur noch über weitere Schulden finanzieren, wobei die jetzt schon vorhandenen Schulden das Problem der Schuldenkrise seien.

Insoweit stellt sich die Frage, ob das Löschen des Feuers mit Öl die richtige Methode sei.

Zoellick gilt als konservativer Realist und nicht als linker Spinner. Wenn er eine weltweite Krise für die Wirtschaft prognostiziert, sollte er wissen, wovon er spricht. Er würde sicher nicht von einer Weltwirtschaftskrise sprechen, wenn er nicht überzeugt ist, daß eine solche kurz bevor steht. Zoellick war vor seinem Amt bei der Weltbank auch bei Goldman Sachs beschäftigt. Das Wort „Finanzkrise“ kennt er also nicht nur aus der Literatur.