Unicredit – grösste Bank in Italien – macht 10 Milliarden Euro Verlust

Die größte Bank in Italien gab bekannt, daß im 3.Quartal ein Verlust von 10 Milliarden Euro zustande kommen wird. Grund sind enorme Abschreibungen. Damit die Börsianer in Italien richtig schlechte Laune bekommen, hat der Vorstand auch gleich eine Kapitalerhöhung angekündigt und will neues Geld einsammeln.

Vorstand Federico Ghizzoni will das Kapital um 7,5 Milliarden Euro erhöhen, um die Bilanzen wieder etwas schöner aussehen zu lassen und überhaupt die Kapitalanforderungen für Banken in Europa zu erfüllen.

Die ehemalige HypoVereinsbank aus Bayern gehört ebenfalls zur Unicredit-Gruppe.

Ob die Unicredit Kapital in der Höhe bei der maroden Bilanz bekommt, dürfte zumindstens nicht absolut sicher sein. Einer der großen Aktionäre der Unicredit ist beispielsweise Libyen. Hier dürfte nach dem Gaddafi-Debakel etwas Handlungsunfähigkeit vorherrschen, wenn nicht die Gelder noch eingefroren sind.

Ob Anteilseigner Allianz Freude daran hat, weiteres Kapital in eine marode Bank zu pumpen, muß abgewartet werden.

Italienische Sparkassen, die auch an der Unicredit beteiligt sind, hatten sich in der Vergangenheit mehrfach über die zunehmende libysche Beteiligung beschwert.

Die Unicredit meint aber Anlaß zu haben, die Märkte beruhigen zu können: Die Kapitalerhöhung sei durch ein Bankenkonsortium garantiert und sollte im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden.

Deutsche Hypovereinsbank-Kunden müssten sich keine Sorgen machen. Im dritten Quartal machte auch die HypoVereinsbank in Deutschland 94 Millionen Euro Nettoverlust. Unicredit will mehr als 5000 Stellen abbauen und so Geld sparen, auch solle die Dividende gestrichen werden.