Spanien setzt Bargeldspürhunde gegen Andorra ein

Was für die Deutschen Luxembourg oder die Schweiz ist, ist für den Spanier Andorra: Viele Spanier legen ihr Geld in Andorra, dem benachbarten Kleinstaat, an und „vergessen“ bei der Abgabe der Steuererklärung im heimischen Spanien schon einmal die Aufführung der in Andorra erhaltenen Zinsen.

Viele Spanier holen sich die Zinsen oder Teile des angelegten Geldes bei Besuchen in Andorra in bar von der Bank mit nach Spanien. Dem möchte Spanien nicht weiter tatenlos zusehen, sondern hat seit kurzem einen Spezialhund an der Grenze zwischen Andorra und Spanien im Einsatz, der tatsächlich größere Bargeldmengen „erschnüffeln“ kann.

Eine entsprechende EU-Verordnung regelt, daß man bei Eintritt in die EU aus Drittstaaten (z.B. Andorra) an der Grenze angeben muß, daß man mehr als 10.000 Euro in Barmitteln (oder Barmitteln ähnlichen Gegenständen) mitführt. Da Andorra als Nicht-EU-Staat diese Kontrollen nicht durchführt, um den heimischen Banken nicht zu schaden, ergreift jetzt Spanien die Initiative und kontrolliert hart an der Grenze. Bereits innerhalb der ersten Tage konnte der eingesetzte Spürhund mehrere größere Bargeldtransporte anzeigen.

Im Falle des Mitführens größerer Bargeldbeträge und der Nichtanzeige des Transports dürfen die EU-Staaten sowohl das Geld zunächst beschlagnahmen und auch den Transporteur erst einmal bis zu zwei Tage festhalten. Dies gilt auch für die bargeldgleichen geldwerten Gegenstände wie Wertpapiere, Schecks, Wechsel, Sparbücher, Edelmetalle oder Edelsteine.

Andorra produziert auch selber Silberanlagemünzen und Goldanlagemünzen wie den Andorra Eagle, dessen Nennwert auf Diners lautet, – eine Kunstwährung aus Andorra, in dem ansonsten mit Euros bezahlt wird.

Die EU hat im Juni 2011 einen Vertrag mit Andorra aufgesetzt, der es Andorra erlaubt, ab Mitte 2013 auch Euromünzen auszugeben. Das Währungsabkommen ist von Olli Rehn seitens der EU-Kommission und Antoni Marti Petit seitens der andorranischen Regierung am 30. Juni 2011 in Brüssel unterschrieben worden, muß allerdings noch in Andorra ratifiziert werden.

Die EU erwartet als Gegenleistung die Bekämpfung der Schwarzgeldanlagen in Andorra und eine Lockerung des Bankgeheimnisses. Bargeldspürhunde werden mittlerweile auch vom Deutschen Zoll an den Grenzen und im grenznahen Bereich eingesetzt.