Moody’s senkt Portugal-Rating auf Ramschniveau

Sehr geehrte Leser,

am gestrigen Dienstag war es wieder soweit: Eine Rating-Agentur hat erneut das Rating für ein Euro-Mitgliedsland gesenkt. Dieses Mal traf es Portugal, dessen Einstufung von der Ratingagentur Moody’s um 4 Stufen von „Baa1“ auf „Ba2“ gesenkt wurde. Dazu wurde auch der Ausblick auf „negativ“ gesetzt. Portugiesische Staatsanleihen gelten nun als „nicht geeignet für ein Investment“.

Damit droht Portugal vermutlich ein ähnlicher „Schicksalsverlauf“ wie Griechenland.

Doch was veranlasst Rating-Agenturen eigentlich dazu, immer wieder am Rating von Staaten zu drehen? Es ist ja nicht so, als wäre die Staatsverschuldung und die Wirtschaftsleistung Portugals erst seit kurzem bekannt.

Gemessen in „% des BIP“ ist die Verschuldung Portugals mit 93% um mehr als 5% geringer als die Staatsverschuldung der USA. Jedoch wagen es die Rating-Agenturen nicht, am Spitzen-Rating der USA zu kratzen, geschweige denn es um ganze 4 Noten herabzustufen.

Zur Begründung für die Herabstufung des Rating nannte Moody’s, dass Portugal, bevor es wieder Geld am Finanzmarkt aufnehmen könne, ein zweites Hilfspaket von der EU benötigen würde. Wie genau Moody’s zu dieser Einschätzung kommt und auf welchen Zahlen die Berechnungen bzw. Einschätzungen der Rating-Agentur beruhen, ist offen.

Eine Sache ist uns jedoch eine Randnotiz wert: in den letzten Monaten war es immer so, dass sobald der Euro gegenüber dem Dollar sehr stark war, eine der 3 großen Rating-Agenturen ein Euro-Mitgliedsland „auf die Hörner“ genommen hat und das Rating herabgesetzt hat und so der Euro wieder etwas abgewertet bzw. der Dollar wieder etwas aufgewertet wurde.

Wir behalten die Situation natürlich weiter im Blick.

J. vom 321GoldundSilberShop

(Quelle: n-tv.de)