Kieselsteine statt Gold und Silber im Bunker – Crystal International im Kreuzfeuer

Säcke voller Bleigranulat und Kieselsteine fand der Insolvenzverwalter bei einem Ortstermin im zum Edelmetalllager umfunktionierten Bunker „Auf der Muggenburg“. Genau 68 Säcke mit Kieselsteinen und Blei fand er auf.

Die im Handelsregister des Amtsgerichts Bremen unter HRB 23740 eingetragene Crystal International Consultants kaufen vor ca. 3 Jahren den alten Bunker, um dort Edelmetalle zu lagern. Zu diesem Zwecke wurden Tresore und Sicherheitstüren eingebaut. Eigentlich sollte auch noch eine Fassadenbekleidung über dem schnöden Beton aus dem zweiten Weltkrieg stattfinden, doch diese fand nie statt. Hier hätten die Behörden schon hellhörig werden sollen.

Seit 2008 ermitteln die Behörden gem. Bremer Staatsanwaltschaft gegen die Crystal Consultants und mittlerweile auch gegen eine neue Firma „Stern GmbH“. Die Geschäftsführerin der Crystal Consultants, Deborah Gläser gibt an, die Metalle im Wert von 20 Millionen Euro an anderer Stelle zu lagern, wollte aber bis dato nicht verraten, wo.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb u.a. auch wegen Veruntreuung von 800.000 Euro gegen den Vater Manfred Gläster, der aus der Firma ausgeschieden ist und sich nunmehr mit einer Stern GmbH beschäftigt.

Anleger, die Edelmetalle zur dortigen Verwahrung gekauft haben, dürften bis zur Eröffnung eines etwaigen Hauptverfahrens unruhig schlafen. Statt bezahlten Gold und Silbers nur Kieselsteine und Blei zu bekommen, war sicher nicht deren Ansinnen.

Beispielhaft guckt eine Anlegerin, die rund 200.000 Euro angelegt hatte, in die Röhre, – das Geld ist weg.

Die Firma, die ihren Geschäftssitz von Bremen nach Hamburg änderte, wo es aber weder Klingelschild noch Briefkasten mit Firmennamen gibt, kassierte zwischenzeitlich über 100 Versäumnisurteile ein, was verwundert: Die Anleger hatte nur auf Herausgabe der Einlage geklagt… die Edelmetalle sind ja zwischenzeitlich drastisch im Gegenwert gestiegen. Wären Edelmetalle auch tatsächlich physisch vorhanden, hätte man die nur verkaufen müssen und man müsste nur einen Bruchteil davon an die Anleger wieder ausschütten, nämlich den angelegten Betrag. Aus welchem Grund auch immer konnte oder wollte das die Geschäftsführerin aber nicht.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Als sicher darf gelten, daß sich M.Gläser für die ersten zwei Jahre rund 900.000 Euro als „Honorar“ aus der Kasse genommen hat… ob das so die uneingeschränkte Zustimmung der Anleger findet, darf bezweifelt werden.

Manfred Gläser, der sich auch schon mal „Henry Lewy“ nennt, schiebt die Schuld an den Unregelmässigkeiten aber auf Andere. Manfred Gläser, der nach einer Verurteilung bereits mehrere Jahre wegen Veruntreuung im Gefängnis saß, betreibt eine Webseite unter seinem „Decknamen“ Henry Lewy, die sich mehr als abenteuerlich liest, wo er Dinge aus seiner Sicht darstellt. Geldanleger, die statt harter Euros oder rückzuerhaltendem Gold lieber Buchstaben auf einem Bildschirm lesen, werden dort sicher glücklich werden.

Diejenigen, denen tröstende Worte und Schuldzuweisungen an Dritte sowie fromme Hoffnungen zu wenig sind und die dann doch lieber ihr Geld zurück hätten, wird dies weniger zufrieden stellen.

Siehe dazu auch:

Chrystal Consultants

Weser-Report

Taz-Bericht

Henry Lewy alias Manfred Gläser´s Homepage