Italien bittet China um Geld für Staatsanleihen

Bis vor kurzem hat die Europäische Union noch Entwicklungshilfe nach China überwiesen, jetzt bittet Italien die Chinesen um Geld. Der italienische Finanzminister Giulio Tremonti traf sich mit chinesischen Regierungsvertretern, um die Chinesen zu animieren, daß diese die Staatsanleihen Italiens zeichnen und Italien damit Geld leihen.

Italien zahlt aktuell deutlich höhere Zinsen als Deutschland für das Aufnehmen von Geldern, da viele institutionelle Anleger kein Vertrauen mehr in Italien haben und Italien wie Griechenland und Portugal nach Möglichkeit meiden, wenn es um Staatsanleihen geht.

Italien hingegegen hat aktuell 1900 Milliarden Euro Schulden in der Welt und kann kaum die Zinslast tragen, auch Umschuldungen und Anschlußfinanzierungen fallen immer schwerer.

China hatte zwar im April erklärt, gerne den Eurostaaten etwas unter die Arme zu greifen und Euroanleihen zeichnen zu wollen. Ob allerdings die Chinesen tatsächlich Lust haben, sich Abschreibungspotential in die Bücher zu holen, darf zumindestens bezweifelt werde. Auch wenn Italien aktuell 5,6% Zinsen zahlt (statt 2,x in Deutschland).

Berlusconi hatte zuletzt von sich Reden gemacht, als er einzelne angekündigte Sparmaßnahmen wieder zurückzog und dafür ankündigte, die Rentner stärker zur Kasse zu bitten. Abgehörte Telefonate Berlusconis, die durch die Presse gingen und neben abfälligen Bemerkungen über Angela Merkel auch enthielten, daß er das „Scheiss Land Italien“ bald verlassen werde, sorgen in China sicher nicht für eine beruhigende Investment-Atmosphäre.