Isländer wollen Gelder aus der Bankenkrise nicht zurückzahlen

In der Finanzkrise hatten vor allen Dingen Großbritannien und die Niederlande Gelder erstattet, die Anleger bei der isländischen Bank „Icesave“ verloren haben. Großbritannien und die Niederlande hatten das vorgestreckt, weil Island nicht soviel zahlen konnte. Die Isländer fanden das nett, wollen aber mit der Rückzahlung nichts zu tun haben. Im Rahmen einer Volksabstimmung haben jetzt rund 60% der Isländer dafür gestimmt, die Hilfen NICHT an Großbritannien und die Niederlande zurückzuzahlen. Heißt im Klartext: Geld annehmen gerne. Geld zurückzahlen aber eher nicht. Damit kann zunächst keine Erstattung aus der Staatskasse an Großbritannien und Niederlande geleistet werden. Vermutlich wird der Fall vor Gericht enden. Insgesamt hatten britische und niederländische Anleger 3,8 Milliarden Euro (!) bei der isländischen Onlinebank Icesave verloren. Das Parlament Islands hatte mit rund 70% für eine Rückzahlung gestimmt, der Staatspräsident Islands hatte aber die Unterschrift verweigert und eine Volksabstimmung angesetzt. Die isländische Regierung hatte nur die isländischen Sparer entschädigt und die Entschädigungszahlungen für ausländische Sparer den Regierungen von Großbritannien und der Niederlande überlassen, wo die Bank eine große Anzahl von Kunden hatte.

Die Rückzahlung der vorgestreckten Gelder ist ohnehin schon bis zum Jahr 2046 gestreckt worden, um Island entgegen zu kommen, Zinsen wurde niedrig mit 3 und 3,3% angesetzt.

Islands Verhandlungen rund um den Eintritt in die EU dürften mit dieser Last unter keinem guten Stern stehen.