Griechenland-Anleihen: Wer sitzt noch darauf?

Die ganze Welt redet über einen Schuldenschnitt Griechenlands, d.h. darüber, daß die Griechenland-Anleihen nicht oder nicht ganz zurückgezahlt werden. Mittlerweile werden nach dem letzten Wochenende nur noch Rückzahlquoten von 50 oder 40% oder noch geringer erwartet. Doch wer sitzt überhaupt noch auf den Griechenland-Bonds? Wen würde ein Schuldenschnitt am härtesten treffen?

1. Größter Besitzer von Griechenland-Anleihen sind naturgemäß die griechischen Banken. Griechische Banken halten zusammen ca. 48 Milliarden griechicher Staatsanleihen. Bei einem Schuldenschnitt ohne staatliche Subventionen wären diese Banken allesamt sofort in Konkurs und Spareinlagen könnten nicht mehr ausgezahlt werden. Große griechische Banken wie National Bank of Greece (NBG), EFG Eurobank, Alpha Bank und Piräus Bank hätten wohl mehr als arge Probleme bei einem Schuldenschnitt. Sie müssten eigentlich sofort Konkurs anmelden.

2. Europäische Banken: Andere europäische Banken halten zusammen wohl ca. 28 Milliarden Euro, wobei französische Banken mit 10 Milliarden noch etwas mehr als deutsche Banken (8 Milliarden) halten. Die großen französischen Banken bekämen bei einem Schuldenschnitt existenzielle Probleme, die sie nicht alleine lösen könnten

3. Europäische Versicherer halten noch rund 6 Milliarden an griechischen Staatsanleihen. Eine Abschreibung auf 50% würde sie nicht umbringen, lediglich die Rendite der Lebensversicherungspolicen marginal nach unten drücken.

Bei allen drei Gruppen muß man allerdings bedenken, daß ein Schuldenschnitt bei griechischen Anleihen voraussichtlich nur der erste Schritt ist, – in der Folge könnten auch Frankreich, Italien, Spanien und Portugal in Bedrängnis kommen.

Insoweit ist verständlich, daß aus Sorge um solche Dominoeffekte europaweit momentan viele Anleger ihre Euros in Gold und Silber umschichten und Goldmünzen oder Silbermünzen kaufen, um sich gegen eine Geldentwertung zu wappnen.

Vormals als sicher geltende Staatsanleihen sind nicht erst seit den Ausfällen in Argentinien nicht mehr erste Wahl.