Goldmünzen aus Londoner Garten gehen nach Jerusalem

Ein Deutscher hatte auf der Flucht vor den Nazis in London in einem Garten 80 Goldmünzen vergraben, sorgfältig in einem Glas verpackt. Die Münzen, die heute einen Wert von ca. 100.000 Euro haben, gehen nach einem jüngst ergangenen Gerichtsentscheid an die Erben des Mannes nach Jerusalem.

Vergraben hatte die Münzen die Familie des deutschen Martin Sulzbacher, der als Jude 1938 vor den Nazis nach London geflohen war. Man vergrub die Münzen im Garten, weil man befürchtete, daß die Deutschen bei einer Invasion nach Großbritannien ggf. auch die Banken ausrauben würden und ein Versteck im Garten dann sicherer wäre.

Kaum war der Krieg ausgebrochen wurde nahezu die gesamte Familie Sulzbacher wegen ihres deutschen Passes festgenommen. Diejenigen, die nicht festgenommen worden waren, aber wußten, wo die Goldmünzen vergraben waren, kamen bei einem Bombenangriff ums Leben.

Experten der britischen Behörden und zweier Museen in London machten nunmehr den Sohn des ehemaligen Besitzers ausfindig: Max Sulzbacher, 81 Jahre alt und in Jerusalem lebend.

Als er von dem Fund und dem Gerichtsentscheid hörte, daß ihm die Münzen zugesprochen wurde, entschied er sich dafür, die Münzen versteigern zu lassen. Aus dem Verkaufserlös soll die Restaurierung der Gräber seiner Verwandten in London finanziert werden.

Ein schönes Beispiel, daß Goldmünzen auch in 70 Jahren nicht Ihren Wert verlieren. Sparbücher, Aktien, Zertifikate und Geldscheinbündel aus 1938 wären sicherlich zwischenzeitlich wertlos geworden. Die Goldmünzen stellen heute wie damals einen stattlichen Wert dar.