Goldmünze „gratis“ für Käufer von Staatsanleihen in Japan

Es wird für Staaten immer schwieriger, jemanden zu finden, der den Staaten Geld leiht. Früher haben Staaten einfach eine Staatsanleihe ausgegeben, die Käufer haben dafür Schlange gestanden und gut wars. Mittlerweile kommt es allerdings vor, daß niemand oder zu wenig Kunden die Staatsanleihe zeichnen wollen. Auch Deutschland wollte kürzlich 6 Milliarden Euro platzieren, fand aber nur Käufer für unter 4 Milliarden Euro.

In Japan will man die Käufer von Staatsanleihen nunmehr mit GOLD locken: Jeder, der Staatsanleihen von mindestens 10 Millionen Yen (ca. 95.500 Euro) kauft und mindestens 3 Jahre behält, erhält vom Staat eine Goldmünze im Gewicht von ca. einer halben Unze (Edelmetallwert aktuell 650 Euro). Die Goldmünze soll einen Nennwert von 10.000 Yen haben. Für Anleger mit einem kleineren Portemonnaie gibt es ab Zeichnung von Anleihen im Volumen von 1 Million Yen (ca. 9550 Euro) eine Silberunze gratis (Edelmetallwert aktuell 24,50 Euro).

Pferdefuß ist allerdings die niedrige Verzinsung: Japan möchte die Anleihen mit einem Zins von 0,05% p.a. ausstatten. Konventionelle 3-Jahresanleihen ohne Goldmünze möchte man mit 0,18% p.a. verzinsen.

Da man die Goldmünze nur einmalig und nicht jedes Jahr bekommt, ist die Effektivverzinsung auch incl. Monetarisierung der Goldmünze deutlich unter 0,5% p.a.. Es bleibt abzuwarten, ob das die Anleger hinter dem Ofen hervorlockt.

In den letzten 10 Jahren wäre es klüger gewesen, sein ganzes Geld in Goldmünzen anzulegen. Statt einer jämmerlichen Verzinsung in Höhe von 0,2% bei Staatsanleihen hätte der Japaner (genau wie der Europäer) sein Geld verdreifachen können.

Der aktuelle Goldpreis und dessen Entwicklung lässt eher darauf schließen, daß in der Zukunft bei Anhalten der Schulden- und Finanzkrise die Rendite bei Gold noch besser wird. Wer da Staatsanleihen mit einem Coupon von 0,2% zeichnet, muß sein Vaterland schon sehr gerne haben.