G7 gegen Kursschwankungen

Liebe Leser,

wie Sie sicherlich gelesen, gehört oder gesehen haben, wurden die USA von der Ratingagentur Standard & Poor’s herabgestuft von der Bestnote „AAA“ um eine Stufe auf „AA+“. Das sorgte am Wochenende dafür, dass mit bangen Blicken der Handelsbeginn an den asiatischen Börsen am Montag morgen erwartet wurde.

Untätig war man in den politischen Führungen der Staaten allerdings nicht und hat sich in den G7-Staaten – also die 7 führenden Industriestaaten – untereinander auf Maßnahmen zur „Bekämpfung“ von Kursschwankungen verständigt. Dies teilte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda am frühen Montagmorgen mit. Zuvor haben sich die Finanzminister und Notenbank-Chefs der G-7 in einer Telefonkonferenz angestimmt.

Neben der Herabstufung der Bonität der USA ging es in der Telefonkonferenz auch um die Schuldenkrise des Euro-Raumes.

An der Telefonkonferenz nahm auch US-Finanzminister Timothy Geithner teil, über dessen möglichen Rücktritt am Wochenende heftig speuliert wurde. Nun steht aber fest, dass US-Präsident Obama seinen Finanzminister nicht verlieren wird sonder weiter auf ihn bauen kann.

Bisher sind die Börsen von Panikverkäufen weitgehend verschont geblieben, obwohl die Indizes weiter Kurseinbußen hinnehmen müssen. Spannend wird es sein, wie die New Yorker Wall Street auf die Herabstufung der Bonität der USA reagieren wird und ob es zu heftigeren Kursschwankungen bzw. -einbußen kommen wird.

Offenbar hat der Schritt von Standard & Poor’s viele Investoren und Anleger überrascht, obwohl die Ratingagenturen in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Staaten herabgestuft haben, denen sie die Bewältigung ihrer Schulden nicht mehr zutrauen, wie zuletzt Griechenland, Irland, Portugal und Italien. Da die USA nun mit mehr als 100% der jährlichen Wirtschaftsleistung – des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – verschuldet sind (wir berichteten), war dieser Schritt eigentlich nur eine Frage der Zeit. Hätte keine der 3 einflussreichsten Ratingagenturen – S&P, Moody’s, Fitch – die USA herabgestuft, sondern es bei einer Verwarnung belassen, wäre die ohnehin schon sehr laute Kritik an den undurchsichtigen Bewertungskriterien noch lauter geworden. Auch aus Sicht der Ratingagenturen war dieser Schritt also mehr als notwendig, da wie beschrieben die Kritik auch an der Objektivität der Ratingagenturen sehr heftig ausgefallen wäre.

Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden.

J. vom 321GoldundSilberShop