Fukushima ist überall: Panne in Biblis – Stromversorgung funktioniert nicht

Um Atomkraftwerke zu sehen, die nicht funktionieren, muß man nicht nach Fukushima in Japan reisen. Auch im hessischen Biblis gab es eine Panne: Eine knappe Stunde mußte das Atomkraftwerk auf Notstromversorgung aus Dieselaggregaten zurückgreifen. Eigentlich sollten Atomkraftwerke so ans Netz angeschlossen sein, daß sie auch nach Abschaltung zuverlässig mit Strom versorgt werden können, damit auch alle Sicherheitssysteme und Überwachungseinrichtungen sowie Kühlvorrichtungen zuverlässig funktionieren.

Biblis ist ein Beweis dafür, daß dies – trotz mehrfacher Zusicherung – nicht funktioniert. Man mußte – wie vor 50 Jahren – auf Diesel-Notstromgeneratoren zurückgreifen. Der Störfall trat am Montag dieser Woche auf und wurde zwischenzeitlich vom Umweltministerium bestätigt.

Durch einen Brand in einem Umspannwerk (Bürstadt) sei die Anbindung an das öffentliche Stromnetz gestört gewesen. Eigentlich soll in solchen Fällen auf ein anderes, zusätzliches Reservestromnetz zugegriffen werden. Dies hat offensichtlich nicht funktioniert. „Zwei von vier Versorgungsschienen haben nicht funktioniert“ war die lapidare Antwort des Betreibers, weswegen auf Dieselgeneratoren zurückgegriffen werden mußte.

Eine knappe Stunde hat es gottseidank nur gedauert, anschließend gelang der Anschluß an das Reservenetz wieder.

Wenn nunmehr bereits ein einfacher Brand in einem Kilometer entfernten Umspannwerk ausreicht, um Atomkraftwerksbetreiber ins Schwitzen zu bringen, dann sollte man doch mal eine Sicherheitsanalyse machen, was noch alles nicht stimmt und nicht sicher ist bei den deutschen Atomkraftwerken.