Französischer Ex-Präsident Jacques Chirac der Korruption und des Betrugs schuldig gesprochen

Wer glaubt, daß Staatspräsidenten in Kontinentaleuropa eine weiße Weste haben, wurde spätestens jetzt eines Besseren belehrt. Dem französischen Ex-Staatspräsidenten Jacques Chirac wurde nachgewiesen, daß er Freunden und Bekannten ein Gehalt für eine Tätigkeit zahlte, die diese gar nicht ausgeübt haben. Chirac, jetzt 79 Jahre alt, blieb aus Gesundheitsgründen der Urteilsverkündung im Prozess fern.

Er hat mehrere Freunde aus seiner Partei für städtische Jobs bezahlen lassen, die diese nie angetreten oder ausgeübt haben. Die Positionen existierten schlichtweg gar nicht, – die Personen fanden sich aber auf der Gehaltsliste und bezogen Vergütungen. Chirac ist einer von sieben, die in dieser Angelegenheit für schuldig befunden wurden. Er hat Ihnen keine Goldbarren oder Goldmünzen geschenkt, sondern einfach nur auf eine Gehaltsliste setzen lassen, ohne, daß die Betroffenen auch nur einen Finger krümmen mussten…

Chirac war von 1977 bis 1995 Bürgermeister von Paris und ist nunmehr zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er mind. 20 Leuten Bezüge ohne Gegenleistung verschafft haben soll.

Chirac konnte während seiner Amtszeit als Staatspräsident wegen seiner Immunität als Präsident nicht belangt werden, nunmehr stand einer Verurteilung nichts mehr im Wege.

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, seine Ärzte beriefen sich auf Erinnerungslücken aufgrund eines neurologischen Problems.

Vetternwirtschaft in Reinkultur. Gerichtlich in 20 Fällen bewiesen.