Finanzministertreffen zur Griechenlandrettung wird erst dementiert, dann kleingeredet

Dumm, wenns auffällt: Die EU-Finanzminister wollten sich heimlich treffen, um über das weitere Vorgehen Griechenlands zu sprechen, da aus Griechenland wohl Bestrebungen verlautbarten, dort wieder die Drachme einzuführen und aus dem Euro auszusteigen.

Im Vorfeld auf das vermeintliche Not-Treffen angesprochen, äußerten mehrere Finanzminister, dies seien Gerüchte, es gäbe keinen Grund sich zu treffen. Schlußendlich räumten alle aber ein, sich in Luxemburg getroffen zu haben. Allerdings ergebnislos. Man ist wohl ratlos, was man machen sollen und bemüht sich nun um Schadensbegrenzung:

Das Treffen hätte nur zum Informationsaustausch stattgefunden, konkreten Handlungsbedarf gebe es nicht.

Man sollte glauben, die Politiker wollen die Bevölkerung bewußt für dumm verkaufen. EU-Währungskommissar Oliver Rehn sagte, es „habe sich lediglich um einen informellen Gedankenaustausch gehandelt, – Entscheidungen seien nicht angedacht gewesen“.

So kann man es natürlich auch formulieren, wenn man sich nicht einigen konnte.

Das Treffen wurde kurzfristig anberaumt und stand vorher nicht auf der veröffentlichten Agenda, die ansonsten Journalisten zur Verfügung gestellt wird. Insoweit wird wohl doch kurzfristiger Handlungsbedarf bestanden haben.

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Junckers Sprecher lügt nachweislich

Eurogruppenchef Juncker ließ sich dann auf Nachfrage doch ein wenig zur Wahrheit verleiten, wenngleich er es auch sehr diplomatisch ausdrückte:

„Wir glauben, daß Griechenland ein weiteres Anpassungsprogramm braucht. Darüber wird am 16.Mail beim Treffen der Finanzminister gesprochen“

Griechenland wird bisher schon von der EU und dem IWF mit 110 Milliarden Euro gestützt, dies ist offensichtlich noch zu wenig.

Bemerkenswert ist, daß an dem angeblich „informellen“ Treffen in Luxemburg nicht nur die Finanzminister aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien teilnahmen, sondern auch der Präsident der EZB, Jean-Claude Trichet und der EU-Währungskommissar Rehn, sowie der griechische Finanzminister Papakonstantinou.

Für unwichtiges „Get-Together“ ist das eine ganz schön hochrangige Besetzung.

Jean-Claude Junckers Sprecher hatte noch kurz zuvor der Presse gegenüber geleugnet, daß ein solches Treffen der Euro-Gruppe überhaupt stattfindet. Wörtlich:“Ich verneine absolut, daß es ein Treffen gibt, diese Berichte sind falsch.“

FALSCH ist hier nur der Umgang mit der Wahrheit seitens der Politiker. Man glaubt, die Bevölkerung der Euro-Länder an der Nase herumführen zu können, was die Situation um die griechische Verschuldung angeht.