EZB hält neue Bankenkrise nach Umschuldung in Griechenland für möglich

Der Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, hält eine neue Bankenkrise nach einer möglichen Umschuldung in Griechenland für möglich. Diese Krise könnte dann schlimmer sein als die Bankenkrise nach der Lehman-Pleite. Wenn es auch nur in einem Euroland zu einer Umschuldungsaktion komme, sieht er ein solches Risiko, welches von anderen oft zu Unrecht übersehen würde.

Stark ist seit 2006 Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank.

Im Interview mit der Redaktion von heute.de betont er, daß einige Euro-Mitgliedsländer vor großen Herausforderungen stehen, – die EZB habe auch oft genug Reformhausaufgaben angemahnt. Diese seien bisher oft sträflich vernachlässigt worden.

Die entschlossene Sanierung von Staatshaushalten sei Voraussetzung, daß sich die Eurokrise nicht weiter zuspitzt.

Wenn sich die Mitgliedsländer, die derzeit Probleme hätten, darauf konzentrieren würden, Ihre Probleme in den Griff zu kriegen, würde sich die Krise nicht weiter zuspitzen.

Der Euro sei nicht in Gefahr, allerdings bezeichnet er das Aufweichen des Stabilitätspakts im Vorfeld der Krise als großen Fehler.

Man darf gespannt sein, ob sich sein bedingter Optimismus in die Realität umsetzt und Länder wie Portugal und Griechenland es tatsächlich schaffen, die extremen Sparmaßnahmen tatkräftig umzusetzen. So manch einer dürfte Zweifel daran haben.