Chefvolkswirt der EZB Jürgen Stark tritt zurück – Euro rutscht auf Tiefststand

Der Chefvolkswirt der EZB kann wohl kein Elend mehr sehen und geht. Nach der Ankündigung des Rücktritts sinkt der Euro auf den tiefsten Stand seit Februar. Mit aktuell 1,3643 US$ ist der Euro auf einem lange nicht mehr gesehehen Tiefstand. In der EZB scheint Uneinigkeit über das weitere Vorgehen in der Euro-, Finanz- und Schuldenkrise vorzuherrschen. Hinter vorgehaltener Hand werden auch unterschiedliche Meinungen über Lösungsmöglichkeiten der Eurokrise genannt.

Jürgen Stark hatte sich mehrfach gegen den Kauf von Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten gewandt. Dennoch hat die EZB massiv und in Milliardenhöhe Anleihen von Griechenland, Italien und Spanien gekauft und somit eine ihr eigentlich untersagte Staatshaushaltfinanzierung vorgenommen.

Damit hatte Stark dieselbe Position eingenommen, die auch Axel Weber vertreten hat, bevor er seinen Bundesbank-Posten aufgab.

Stark gebührt für seine Entscheidung Respekt. Ein Mann, der nicht an seinem Posten klebt und sich nicht für eine Sache einsetzen kann, die er für grundsätzlich falsch hält.

Allerdings fragt man sich an den Märkten auch, ob nicht die EZB-Politik tatsächlich gänzlich falsch ist, – wenn der EZB-Chefvolkswirt aus inhaltlichen Gründen das Handtuch wirft.

Jürgen Stark gilt aus absoluter Experte auf seinem Gebiet.

Der Euro fiel, der Goldpreis und der Silberpreis in Euro stiegen nach Bekanntwerden stark an.