Bundesregierung kann sich jetzt auch Eurobonds vorstellen

Kehrtwende bei der Deutschen Bundesregierung, offensichtlich kann man sich dort nunmehr auch sogenannte Eurobonds vorstellen, die Finanzminister Schäuble bis vor kurzem noch kategorisch abgelehnt hat.

Nunmehr können sich die Bundesregierung die Euroanleihen als „Not-Option“ in der Schuldenkrise vorstellen, berichtet die Welt am Sonntag. Bevor die Währungsunion ganz auseinanderbreche, müsse man auch darüber sprechen. Allerdings müsste vor der Einführung von Eurobonds eine stärkter auf EU-Ebene abgesprochene Finanz- und Wirtschaftspolitik durchgesetzt werden.

Insbesonders die Staaten, die jetzt bei Anleihen am Kapitalmarkt deutlich mehr Zinsen als Deutschland zahlen müssen, machen sich momentan für Eurobonds stark, z.B. Griechenland und Italien. Diese Länder könnten durch gemeinsam ausgegebene Euroanleihen den Zinsaufwand für das zu leihende Geld drastisch reduzieren. Allerdings auf Kosten der anderen EU-Mitgliedsstaaten, die dann i.d.R. auch für die Rückzahlung haften.

Finanzminister Schäuble hatte bisher Eurobonds kategorisch abgelehnt, solange die EU-Mitgliedsstaaten eine eigene Finanzpolitik betreiben und daher auch eigene Zinssätze zahlen müssten, um finanztechnisch Solidität zu sanktionieren.

Schäuble betonte übrigens noch einmal, daß es „keine Rettung um jeden Preis“ geben werde.“Es bleibt dabei, es gibt keine Vergemeinschaftung von Schulden und keinen unbegrenzten Beistand“.

Schäuble schließt damit auch nicht aus, daß einzelne Länder in der EU „pleite gehen“ und aus der Eurozone ausscheren müssen.

Die Zeit wird zeigen, welche Länder dies zuerst machen müssen.