107 Millionen Franken für deutschen Fiskus aus der Schweiz

Die Schweiz hat bekannt gegeben, daß sie ingesamt rund 265 Millionen Euro aus der Zinsbesteuerung von EU-Bürgern in die EU-Staaten überwiesen hat. Der deutsche Fiskus hat daran mit 107,9 Millionen Franken den größten Anteil. Deutsche, die in der Schweiz Geld angelegt haben, müssen sich gefallen lassen, daß die Schweizer Bank 20% der Zinsen pauschal einbehält und nach Deutschland abführt (Quellensteuer).

Wenn man bedenkt, daß die Schweiz nur 34 der eingenommenen Kapitalerstragssteuer auch an das jeweilige Land abführt, haben deutsche Bürger insgesamt in der Schweiz rund 719 Millionen Zinsen auf Ihre Anlagen kassiert, – eine Größe, die leicht erahnen lässt, wie hoch das zugrunde liegende Kapitalvermögen in der Schweiz ist.

Nicht mitgerechnet sind die Anlagen, die kapitalerstragssteueroptimiert getätigt worden sind, d.h. Anlagen, die nicht der Kapitalertragssteuer unterliegen, z.B. Anlagen in Edelmetallen wie Gold und Silber oder andere Konstruktionen.

Mit dem 2005 geschlossenen Abkommen wollte man die Steuerflucht und die Kapitalabwanderung ins Ausland unterbinden.

Herr Schäuble wird sich fragen, warum denn so viele ihr Geld in der Schweiz anlegen. Vertrauen in den Euro oder den deutschen Staat wird bei einer Befragung der Anleger sicher nicht der erstgenannte Grund sein.