Grundwissen Goldpreisentwicklung

Goldpreisentwicklung Grundwissen

Autor: A. Schwarz

Auf den Goldpreis haben nat├╝rlich viele Faktoren Einfluss. Die wesentlichen Faktoren, die sowohl den Goldpreis in Euro wie auch den Goldkurs in Dollar beeinflussen, sind Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage wird vor allen Dingen durch Wirtschaftskrisen, Inflation, Zinsh├Âhe und einige andere Faktoren bestimmt. Das Angebot aus den Goldminen ist relativ statisch, w├Ąhrend die Angebotsmenge aus Altgold, Abgaben von Zentralbanken und institutionellen Anlegern nat├╝rlich stark schwanken kann, also elastisch ist.

Goldpreise in der Geschichte

W├Ąhrend es naturgem├Ą├č schwierig ist, den Goldpreis in Euro ├╝ber hundert Jahre zur├╝ck zu verfolgen, weil der Euro schlichtweg erst seit 2002 Zahlungsmittel in Europa ist, existieren Aufzeichnungen ├╝ber die Goldpreisentwicklung in US-Dollar auch f├╝r Jahrzehnte und Jahrhunderte r├╝ckw├Ąrts, wobei man auch dort den Gegenwert eines US-Dollars im Auge haben muss.

Goldpreisentwicklung in US-Dollar

Jahr Goldpreis in US$ pro Unze Feingold
2017 (11.9.2017) 1335
2011 1908,79
2000 312,70
1973 127,00
1934 35,00
1834 20,67
1786 19,50

Meilensteine der Goldpreisentwicklung

├ťber lange Zeiten war der Goldpreis relativ fix, weil er z.B. in Abkommen fest an W├Ąhrungen gebunden war. So lag im Jahr 1786 der Goldpreis bei 19,50 pro Feinunze. Als im Jahr 1834 in den USA der sogenannte ÔÇ×Coinage Act of 1834ÔÇť eingef├╝hrt wurde, enthielt dieser auch ein festes Tauschverh├Ąltnis zwischen Gold und Silber: F├╝r 16 Silberunzen gab es eine Goldunze. Diese Festlegung nannte man ÔÇ×GoldstandardÔÇť. Man sollte so auch eine Inflation des Bargelds verhindern. Der Goldpreis lag daraufhin lange relativ konstant bei 20,67$/oz. Die Goldpreisentwicklung ging sp├Ąter im Jahre 1934 noch einmal deutlich nach oben und zwar auf 35$/oz, als in einem ÔÇ×Gold Reserve ActÔÇť der Goldpreis auf 35$ pro Unze Gold angehoben wurde. Damit wurde auch eine drastische Abwertung des US-Dollars vorgenommen. Diese Goldpreisbindung, dieser Goldstandard wurde offiziell erst im Jahr 1971 aufgehoben und der Goldkurs konnte sich frei entwickeln. Daraufhin ist er deutlich gestiegen, zun├Ąchst auf ├╝ber 100$ und sp├Ąter auf 1000$, bis hin zu ├╝ber 1900 US$ im Jahr 2011.

Welche Ursachen haben welche Wirkung auf den Goldpreis ?

Zinsen

Grunds├Ątzlich gilt: Wenn die Zinsen niedrig sind, tendieren mehr Anleger zu Gold als Geldanlage als bei einem hohen Zinsniveau. Wenn man risikolos 9% p.a. von der Bank auf einem Festgeldkonto erh├Ąlt, ist der scheue Anleger weniger geneigt, Gold zu kaufen, da dies keine Zinsen abwirft, sondern von der Wertsteigerung lebt. Sind die Zinsen sehr niedrig, bei Null oder sogar darunter (Negativzinsen), kaufen sehr viele Anleger Gold, weil sie sich davon mehr Rendite durch Kurssteigerungen versprechen als sie an Zinsen auf einem Sparbuch erhalten w├╝rden. Diese Erwartung tritt h├Ąufig auch ein. In einigen Niedrigzinsjahren nach dem Jahr 2000 haben Anleger zweistellige Wertzuw├Ąchse bei Gold verzeichnen k├Ânnen, w├Ąhrend Kreditinstitute Jahreszinsen von 0,xy% gezahlt haben, - wenn ├╝berhaupt. Der Vorteil einer Geldanlage in Gold ist in vielen Staaten auch, dass ein potentieller Wertzuwachs h├Ąufig von der Besteuerung ausgenommen ist, so auch in Deutschland (im Privatverm├Âgen, bei Haltedauer ├╝ber 1 Jahr).

Knappheit

Gold kann nicht k├╝nstlich hergestellt werden. Man ist also auf die Neuf├Ârderung aus Goldminen wesentlich angewiesen. Die bekannten Goldvorr├Ąte in Minen oder zu erschlie├čenden Minen gehen allerdings langsam zur Neige. Man muss bereits jetzt in S├╝dafrika teilweise mehrere Kilometer unter der Erde nach Gold graben, - in China f├Ąngt man bereits an, unter dem Meeresboden Goldminen anzulegen, da die an Land befindlichen Goldminen nur ├╝ber endliche Goldvorr├Ąte verf├╝gen. Jedes Jahr wird weltweit mehr Gold nachgefragt, als aus der Erde neu gef├Ârdert wird. Dies kann nur durch Zweitmarktverk├Ąufe, Recycling und ├Ąhnliche Quellen ausgeglichen werden. W├Ąhrend in fr├╝heren Jahrzehnten teilweise Zentralbanken gro├če Mengen Gold auf den Markt geworfen haben, um den Nachfrage├╝berhang auszugleichen, kaufen seit der Jahrtausendwende praktisch die Zentralbanken weltweit in Summe jedes Jahr mehr Gold als dass sie verkaufen, sind also Netto-K├Ąufer. Da Zentralbanken aufgrund der Finanzkrise und der Verschuldung der Dollar- und Euro-Staaten mittlerweile den Wert von Gold als W├Ąhrungsreserve erkannt haben, d├╝rfte es unwahrscheinlich sein, dass Zentralbanken wieder zu Netto-Verk├Ąufern werden. Insoweit sind aus der Knappheit des Goldes positive Effekte f├╝r eine Goldpreisentwicklung zu erwarten.

Inflation

Bei steigender Inflation und vor allen Dingen aus Angst vor Inflation wird h├Ąufig verst├Ąrkt Gold gekauft, um sein Verm├Âgen in die Zukunft zu retten, da ├╝ber das Wertaufbewahrungsmittel Gold h├Ąufig der Inflation ein Schnippchen geschlagen werden konnte. W├Ąhrend Papiergeld wertlos werden kann, - z.B., wenn man es wie in Zeiten der gro├čen Inflation massenhaft druckt, beh├Ąlt Gold immer seinen inneren Wert. Gold kann von Regierungen und Zentralbanken nicht einfach beliebig gedruckt oder vermehrt werden, deswegen bleibt es im Gegensatz zu Papiergeld auch w├Ąhrend gro├čer Inflationen wertvoll.

Wirtschaftskrisen

In gro├čen Wirtschaftskrisen, die h├Ąufig auch von Inflation oder der Angst davor begleitet werden, steigt der Hang der Privatanleger, Gold zu kaufen. Teilweise wird dann auch panikartig Gold gekauft, was zu einer schnellen Goldpreisentwicklung nach oben f├╝hren kann. Dies konnte man lebhaft w├Ąhrend der Lehman-Brothers und Eurokrise im Jahr 2009 beobachten: Die Goldnachfrage ging dramatisch nach oben, teilweise wurden Goldm├╝nzen und Goldbarren im Handel bereits knapp und hatten wochen- oder gar monatelange Lieferzeiten. Der Goldpreis ist entsprechend angestiegen. Auch in der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre gab es einen Run auf Gold. In Zeiten, in den man schubkarrenweise Bargeld zum B├Ącker fahren musste, um ein Brot zu kaufen, durchaus verst├Ąndlich. Aus Angst vor einer solchen Entwicklung, in der Gold stabil bis steigend sein wird und Papiergeld wertlos wird, kaufen auch heute noch viele Anleger kleine Goldm├╝nzen aus m├Âgliche Tauscheinheiten oder auch Silberm├╝nzen f├╝r den Einkauf des t├Ąglichen Bedarfs in Krisenzeiten. Die Generation, die z.B. im Sommer 1923 f├╝r ein Ei 800 Reichsmark bezahlen musste, Anfang Dezember 1923 aber das Ei nur noch f├╝r 320 Milliarden Reichsmark bekam, kann dies trefflich nachvollziehen, - stirbt aber langsam aus. Am 2.Dezember 1923 entsprach 1 US-Dollar 4,21 Billionen Reichsmark. Wer Gold hatte, war vor der Entwertung seines Verm├Âgens gesch├╝tzt.

Schmucknachfrage

Die weltweite Schmuckindustrie ist f├╝r wesentliche Teile der globalen Goldnachfrage verantwortlich und bestimmt auch ganz wesentlich die Entwicklung des Goldpreises. Die Nachfragel├Ąnder und Indien und China sind dabei die dominantesten Nachfragenationen. Je mehr Inder und Chinesen Goldschmuck kaufen, desto gr├Â├čer ist naturgem├Ą├č der Bedarf an Gold, was sich goldpreissteigernd auswirkt. In Indien wird Goldschmuck traditionell zur Festival und Hochzeitssaison in gro├čen Mengen verschenkt. In weiten Bev├Âlkerungsbereichen Indiens ist es auch heute noch so, dass der Goldschmuck, den eine Frau zur Hochzeit bekommt, das Einzige ist, was sie im Falle einer Scheidung behalten darf. Das f├╝hrt dazu, dass dort sehr ├╝ppige Goldgeschenke zur Hochzeit gemacht werden (m├╝ssen). Die Goldnachfrage aus Indien und China ist aber nicht nur von der Anzahl der Chinesen und Inder abh├Ąngig, die ja stetig steigt, sondern vor allen Dingen davon, wie schnell gro├če Bev├Âlkerungsteile dort in Wohlstandsschichten kommen. Und auch dies geschieht in den letzten Jahren in dramatischer Geschwindigkeit. Die Goldschmucknachfrage reagiert allerdings auch auf einen steigenden Goldpreis: Wenn der Goldpreis st├Ąrker steigt, geht die Nachfrage nach Goldschmuck zun├Ąchst ein wenig zur├╝ck, weil der Schmuck dann ja auch teurer wird, bis sich der Verbraucher damit abgefunden hat und doch wieder in gleicher Menge Goldschmuck kauft.

Goldpreisentwicklung 2018

Aus Sicht und Perspektive der Analysten, die Mitte 2017 die Goldpreisentwicklung f├╝r 2018 vorhersagen sollten, wird es voraussichtlich auch in 2018 zu einer weiteren Erh├Âhung des Goldpreises in Euro und auch in US$ geben. Konservative Sch├Ątzungen gehen von Goldpreisen im Bereich von 1400$/oz aus, - es gibt aber auch Meinungen, dass nach 2017 der Goldpreis durchaus auf 5000$/oz oder gar 10.000$/oz klettern k├Ânne. Als wesentlich f├╝r die Entwicklung des Goldkurses in 2018 d├╝rfte die politische Lage auch an den Unruheherden dieser Welt (z.B. Ukraine, Nordkorea etc.) sein, sowie die Situation in den USA rund um den neuen US-Pr├Ąsidenten Trump. Mit Sorgfalt wird man auch die Politik der FED und der EZB beobachten m├╝ssen. Nach Stand Mitte 2017 sind keine gr├Â├čeren, signifikanten Zinserh├Âhungen durch die FED und die EZB zu erwarten, allenfalls kleinere Zinsschritte und ein Zur├╝ckf├╝hren von Anleihekaufprogrammen. Kommt es so wie erwartet, d├╝rfte auch in 2018 der Goldpreis steigen und einer weiter positiven Entwicklung steht nichts im Wege. Ausschlaggebend ist ja auch der REALE Zins, d.h. was haben Anleger bei einer Geldanlage auf dem Sparbuch nach Abzug der Inflation auf dem Konto. Es nutzt einem privaten Geldanleger ja nichts, wenn er 1% Zinsen auf dem Sparbuch bekommt, sein Geld aber durch 2% Inflation mehr an Wert verliert. Per 2017 ist die Inflation in den USA und Deutschland auf jeden Fall h├Âher als etwaige Sparzinsen f├╝r Verbraucher, was Anleger ins Gold treibt. Eine solche Entwicklung ist auch f├╝r 2018 zu erwarten.

Goldpreis in der Zukunft ?

Geht der Goldpreis auf $10.000 ?

Jim Rickards, ein US-Wallstreet-Experte, der in der Vergangenheit bereits Finanzkrisen vorhergesehen hat und auf jahrzehntelange B├Ârsenerfahrung zur├╝ckblickt, sieht eine Goldpreisentwicklung auf 10.000 $/oz

Oder geht der Goldpreis nur auf $5.000 pro Unze ?

Geht es nach Eric Sprott, der durch erfolgreiche B├Ârsenspekulationen in den USA zum Milliard├Ąr geworden ist, sehen wir eine Goldpreisentwicklung bis auf $5.000 oz

Beide Vorhersagen der stark steigenden Goldpreise kommen von Experten, die lange und erfolgreich am Finanzmarkt t├Ątig sind und demnach wissen sollten, was Sie sagen. Nat├╝rlich muss man manchmal bei der Wertung solcher Aussagen auch ber├╝cksichtigen, dass ein PR-Effekt mit solch plakativen Aussagen verbunden ist: Sie erregen Aufmerksamkeit. Aber: Beide Analysten haben auch den durch Lehman verursachten Finanzcrash vorhergesehen und wurden dabei auch bel├Ąchelt, - bis sie Recht behalten sollten.

K├Ânnte es auch zu einer negativen Goldpreisentwicklung kommen ?

Grunds├Ątzlich k├Ânnen Goldpreise nat├╝rlich schwanken, die B├Ârse ist keine Einbahnstra├če. So wie Kurse hinaufgehen, k├Ânnen Kurse an der B├Ârse auch wieder hinuntergehen. F├╝r Gold gelten jedoch andere Ma├čst├Ąbe als f├╝r Unternehmensaktien. Gold ist kein Unternehmen und auch kein Unternehmensanteil. Es ist auch kein Zahlungsversprechen einer dritten Partei. Es ist einfach Gold: Ein nicht k├╝nstlich herstellbares, seltenes Edelmetall, welches weltweit begehrt wird. Sie k├Ânnen auf der Welt sein, wo Sie wollen: Ob in Tokyo, New York, Kopenhagen oder Oberursel: Vor dem Juweliergesch├Ąft mit der Goldschmuck-Auslage bleibt die Durchschnittsfrau stehen und guckt. Vor einem Gesch├Ąft mit Goldbarren bleiben ebenfalls die Menschen stehen und schauen. Auch, wenn man Gold nicht essen kann.

Der Goldpreis wird mittelfristig und langfristig aller Voraussicht nach alleine schon aus folgenden Gr├╝nden steigen:

  • Die Weltbev├Âlkerung steigt jedes Jahr, damit steigt alleine schon statistisch die Nachfrage nach Goldschmuck und Goldbarren, da immer mehr Menschen nachfragen werden. Bei gleichbleibender Angebotsmenge sollte dadurch der Goldpreis steigen.
  • In China und Indien ist damit zu rechnen, dass immer mehr Menschen zu Wohlstand kommen und nicht mehr ÔÇ×nur ReisbauerÔÇť sind, diese Entwicklung zeichnet sich dramatisch seit mehr als 10 Jahren dort ab. Alle diese Menschen wollen dann auch ein Smartphone, ein Auto, einen Flachbildschirm und auch Gold
  • Durch das Internet und die Aufkl├Ąrung ist immer mehr Menschen bewusst, dass die Papiergeldsysteme auf t├Ânernen F├╝├čen stehen und Regierungen/Zentralbanken einfach ├╝ber Nacht Geld auf Konten sch├Âpfen k├Ânnen, was das bereits im Umlauf befindliche Geld wertloser macht. Dadurch wird es voraussichtlich einen immer gr├Â├čeren Drang zu Sachwerten wie Gold geben. In 2016 hat die Nachfrage nach Goldm├╝nzen und Goldbarren in China beispielsweise um mehr als 9% zugelegt.
  • Die Produktionskosten f├╝r Gold aus Goldminen bilden zum Einen eine untere Schwelle f├╝r Schwankungen des Goldpreises nach unten, sorgen aber mittelfristig auch f├╝r eine positive Goldpreisentwicklung, da davon auszugehen ist, dass die Kosten der Goldf├Ârderung stetig steigen werden: durch h├Âhere Umweltauflagen, h├Âhere L├Âhne, tiefer zu grabende Minen und h├Âhere Sicherheitsauflagen. Die Zeiten, wo in China ein Arbeiter f├╝r 80 Euro im Monat in einer Goldmine unter Tage eine 60-Stunden Woche ableistet, geh├Âren der Vergangenheit an.
  • Die Probleme in USA und Europa sind nicht gel├Âst, von anderen Krisenherden ganz zu schweigen: Die USA sind ├╝ber beide Ohren verschuldet, mehrfach wurde die Schuldenobergrenze bereits nach oben gesetzt, das f├Ârdert kein Vertrauen in den US-Dollar, sondern treibt Anleger eher ins Gold. Gleiches gilt f├╝r Europa: Griechenland ist nach wie vor stark ├╝berschuldet, Gro├čbritannien tritt aus der EU aus und nach wie vor gibt es zahlreiche Banken, um die es kritisch steht. Auch im Jahr 2017 musste Italien beispielsweise mit Milliardenaufwand eine Bank retten.

Wie war eigentlich die Goldpreisentwicklung in Euro ?

Den Euro gibt es nat├╝rlich erst seit 2002, aber man kann nat├╝rlich die Goldpreise in DM mit dem amtlichen Eurokurs (1,95583) umrechnen, sodass sich im R├╝ckblick folgende Goldh├Âchstkurse aus den aufgef├╝hrten Jahren ergeben, auf volle Euro gerundet:

Jahr Euro
2017 N.N.
2016 1236
2015 1155
2014 999
2013 1285
2012 1379
2011 1360
2010 1078
2009 804
2008 663
2007 572
2006 561
2005 448
2002 350
2000 324
1990 347
1980 588
1978 164

Seit Beginn der 2000er Jahre haben also Anleger eine ├╝berwiegend positive Wertentwicklung des Goldes verzeichnen d├╝rfen, in den Hochjahren der Finanzkrise 2009 und 2010 gab es Goldpreisentwicklungen von plus 28 und plus 33% (in Euro). Gold wurde also seiner Funktion des Schutzes in Finanzkrisen voll gerecht.

Wertzuwachs des Goldpreises in Euro pro Jahr seit 2000

Betrachtet man einmal die Entwicklung des Goldpreises von Jahr zu Jahr in Prozent, so wird schnell deutlich, dass man mit einer Geldanlage in Gold in den letzten Jahren i.d.R. deutlich besser gelegen hat als mit Spareinlagen. Verglichen werden die Ver├Ąnderungen von Jahresschlusskurs zu Jahresschlusskurs einer Feinunze Gold in Euro mit den durchschnittlichen Zinsen f├╝r Spareinlagen in Deutschland.

Jahr Goldpreisentwicklung in Euro Durchschnittlicher Sparzins
2000 -5,28% 1,3%
2001 +13,05% 1,2%
2002 +3,21% 1,0%
2003 +4,12% 2,2%
2004 +2,12% 2,1%
2005 +25,4% 2,1%
2006 +14,14% 2,1%
2007 +9,86% 2,3%
2008 +15,10% 2,5%
2009 +28,4% 1,8%
2010 +33,96% 1,4%
2011 +13,45% 1,4%
2012 +4,82% 1,2%
2013 -31,16% 0,9%
2014 +13,83% 0,7%
2015 -1,54% 0,5%
2016 +12,7% 0,5%

Aus obiger Tabelle wird deutlich, warum Gold besonders als mittelfristige und langfristige Anlage interessant ist: Einzelne Jahre mit negativer Goldpreisentwicklung werden in der Langfristanlage bei weitem durch die positiven Jahre ausgeglichen. Anleger, die Ihr Geld Anfang des Jahres 2000 in Gold anlegt haben und dies 10 bis 15 Jahre behalten haben, haben eine deutlich bessere Verzinsung ihrer Anlage erhalten als konservative Sparbuchanleger. Und dies bei jederzeitiger Verf├╝gbarkeit des Goldes. Gold kennt keine K├╝ndigungsfristen. Die Aufstellung ber├╝cksichtigt nicht, dass j├Ąhrliche Sparbuchzinsen ├╝ber den Grenzwerten steuerpflichtig sind, w├Ąhrend Zugewinne bei physischem Gold und Besitz ├╝ber einem Jahr steuerfrei sind (im Privatverm├Âgen in Deutschland, Stand 9/2017).

Wie wirkt sich die Entwicklung des Goldpreises auf Goldm├╝nzen und Goldbarren aus ?

Sogenannte Anlage-Goldm├╝nzen wie Kr├╝gerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, K├Ąnguru und ├Ąhnliche notieren ÔÇô genau wie Goldbarren ÔÇô kurz ├╝ber dem reinen Goldpreis. Steigt also der Goldpreis auf das Doppelte, kann man davon ausgehen, dass auch der Wert der Goldm├╝nzen oder Goldbarrens sich verdoppelt hat. Der Wert einer solchen physischen Goldanlage w├Ąchst nahezu parallel linear mit.

Goldpreismanipulationen

Bei der globalen Transparenz der Goldpreise und den vielen verschiedenen Handelsorten rund um die Welt d├╝rfte es f├╝r Marktteilnehmer immer schwieriger werden, die Goldpreisentwicklung zu manipulieren. War es fr├╝her vermutlich relativ einfach, das sogenannte Londoner Fixing zu manipulieren, d├╝rfte eine Goldpreismanipulation heutzutage deutlich schwerer sein, da man rund um die Uhr an verschiedenen Marktpl├Ątzen ÔÇ×mauschelnÔÇť m├╝sste. In London haben einige Marktteilnehmer einger├Ąumt, bei einzelnen Transaktionen manipuliert zu haben, indem man sich abgesprochen hat. Das Londoner Fixing in der althergebrachten Methode wurde daraufhin abgeschafft und neu aufgesetzt. Durch die zunehmende Bedeutung neuer Goldb├Ârsen wie z.B. in Asien, an denen auch gro├če Volumina gehandelt werden, ist eine dauerhafte Goldpreismanipulation heute nahezu unm├Âglich. Eine kurzfristige Beeinflussung ist nat├╝rlich nach wie vor m├Âglich. Auch k├Ânnen nat├╝rlich gro├če, institutionelle Teilnehmer wie z.B. ETFs, Hedgefonds oder Zentralbanken durch das ÔÇ×Auf den Markt werfenÔÇť gro├čer Goldmengen den Preis k├╝nstlich und schnell dr├╝cken, aber irgendwann ist deren ÔÇ×Munition verschossenÔÇť und alles Gold, was sie verkaufen konnten, verkauft, sodass sich dann wieder der Goldpreis aufgrund der nat├╝rlichen Nachfrage- und Angebotssituation bilden wird.

Gold-Silber-Ratio: Goldpreisentwicklung im Verh├Ąltnis zu Silber

W├Ąhrend im Jahr 2017 das 74fache des Silberpreises den Goldpreis ergibt, war dies lange Zeit in der Geschichte des Goldpreises anders. Im 19.Jahrhundert war die Gold-Silber-Ratio bei 16: F├╝r 16 Silberunzen gab es eine Goldunze. Dies wurde statisch so festgelegt. In den Jahren nach 2000 lag die Gold-Silber-Ratio i.d.R. zwischen 40 und 70. Einige selbsternannte Experten postulieren andere Gold-Silber-Verh├Ąltnisse, weil Gold und Silber in einem bestimmten Verh├Ąltnis in der Erdkruste vorkommen und so m├╝sste dann auch das Preisverh├Ąltnis, die Gold-Silber-Ratio sei. Daraus leiten dann einige ab, dass Silber zu billig sei oder Gold zu teuer. Diese einfachen Rechnungen kranken aber zumeist daran, dass die ÔÇ×AnalystenÔÇť vergessen, dass sich der Preis einer Ware nicht nach der H├Ąufigkeit des Vorkommens in der Erde alleine richtet, sondern vor allen Dingen nach dem Verh├Ąltnis von Angebot und Nachfrage. Wenn die Weltwirtschaft brummt und Silber stark von der Elektronik-Industrie nachgefragt wird, wird der Silberpreis i.d.R. st├Ąrker steigen als der Goldpreis.

Auch die Elastizit├Ąt der Silberpreise und Goldpreise wird bei den einfachen Vergleichen nicht ber├╝cksichtigt: Steigt der Goldpreis stark, k├Ânnen Goldminen zus├Ątzliche Investitionen t├Ątigen, um noch mehr Gold aus den Minen zu holen. Silber hingegen ist h├Ąufig nur ein Nebenprodukt in Kupferminen und der Kupferminenbetreiber wird nicht drastisch mehr Gestein oder Kupfer aus der Erde holen, nur weil der Silberpreis um 5$ pro Unze gestiegen ist. Das Silberangebot ist also unelastischer als das Goldangebot. Deswegen schwankt der Silberpreis auch st├Ąrker als der Goldpreis.

Silber wird ├╝berdies in einigen Anwendungen verbraucht, z.B. in der Industrie in Elektronik-Bauteilen verwendet oder beim Bau von Solarzellen oder bei R├Ântgenfilmen etc., wohingegen ein Verbrauch von Gold so gut wie gar nicht stattfindet. Das Gold flie├čt nahezu ausschlie├člich in die Bereiche Goldschmuck und Goldanlage, weswegen ein konstantes Verh├Ąltnis Gold zu Silber am Markt unwahrscheinlich ist.

Wie kann man besten an einer positiven Goldpreisentwicklung teilhaben ?

Es gibt zahlreiche Methoden, um in Gold zu investieren, wobei in zwei Hauptgruppen unterschieden wird:

  • Papiergold (Zertifikate, Optionsscheine etc.)
  • Physisches Gold (Gold, was Sie selber anfassen k├Ânnen)

Hier steht es jedem frei, sich f├╝r eine von beiden Arten zu entscheiden. Von Verfechtern des Papiergoldes wird oft ins Feld gef├╝hrt, dass man dies mit geringeren Kosten erwerben k├Ânne und flexibel ins Depot einbuchen k├Ânne. Kritiker sehen in Papiergold auch nur ein Versprechen einer dritten Partei, zu einem bestimmten oder sp├Ąteren Zeitpunkt Gold zu liefern. Solche Versprechen k├Ânnten nat├╝rlich ihre T├╝cken haben: Das Gold k├Ânnte z.B. dann gar nicht mehr da sein oder es k├Ânnten gesetzliche Regelungen zwischenzeitlich entstanden sein, die eine Auslieferung untersagen oder erschweren. Auch Insolvenz oder Unterschlagung w├Ąren Risiken, die so manche Papiergold-Anlage aufweisen.

Deswegen sehen viele Berater das bessere und sicherere Investment in klassischen Goldbarren oder Gold-Anlagem├╝nzen (Kr├╝gerrand, Maple Leaf, K├Ąnguru, Wiener Philharmoniker und ├Ąhnliche), die man sich nach Kauf ausliefern l├Ąsst. Was man hat, das hat man. Preisvergleiche wie www.Bullion-Investor.com erleichtern die Suche nach einem geeigneten H├Ąndler f├╝r Kr├╝gerrand &Co.